Mit Geld zum schnellen Termin

Über die Zwei-Klassen-Medizin, die auch im Südburgenland angekommen ist

Erstellt am 22. Mai 2019 | 03:03
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Das Röntgeninstitut in Güssing ist — abgesehen von den Krankenhäusern in Oberwart und Güssing — das einzige private Institut im Südburgenland, das einen Magnetresonanztomographen hat.

Bis vor Kurzem hatte der zuständige Facharzt auch einen Kassenvertrag mit der burgenländischen Gebietskrankenkasse. Seit Kurzem ist das anders, denn der Kassenvertrag für MRT-Untersuchungen wurde aufgekündigt, allerdings nicht auf Wunsch des Mediziners.

Die Konsequenz ist klar: Patienten, die es sich leisten können, profitieren, denn pro Untersuchung können bis zu 250 Euro an Kosten anfallen, dafür bekommt man schnell an einen Termin. Jene, die es sich nicht leisten können, müssen längere Wartezeiten für einen MRT-Termin in einem der Krankenhäuser in Kauf nehmen.

Der betroffenen Radiologe hat jetzt einen Antrag auf Wiederherstellung des Kassenvertrags gestellt. Seine Aussichten diesen allerdings wieder zu bekommen, sind bescheiden. Noch schlimmer ist aber, dass den Menschen mit der Streichung der Kassenstelle für MR-Untersuchungen in einem privaten Institut, das Gefühl gegeben wird, dass die Zwei-Klassen-Medizin längst auch im Südburgenland angekommen ist.