Miteinander geht vieles leichter. Über die verhärteten Fronten zwischen SPÖ und ÖVP im Güssinger Gemeinderat

Von Carina Fenz. Erstellt am 02. Juli 2020 (03:45)

Im Güssinger Gemeinderat flogen wieder die Fetzen. Anlass der Diskussion zwischen SPÖ und ÖVP — die sich in den letzten Monaten meistens um den Rathausumbau drehten — war die Sanierung der Neuen Mittelschule. Zu Jahresbeginn hat der Gemeinderat einstimmig 170.000 Euro für die Sanierung der Schule im Budget durchgewunken. „Nun haben sich aber mehr marode Stellen in dem 70er-Jahre-Bau aufgetan. Die neue Schätzung für die notwendigen Arbeiten liegt bei 750.000 Euro“, verkündete Ortschef Vinzenz Knor nämlich in der Sitzung in der Vorwoche.

Diese massive Kostensteigerung brachte das Fass bei der Opposition zum Überlaufen. ÖVP-Stadträtin Sabine Döberl legte Ortschef Vinzenz Knor den Rücktritt nahe, auch Vizebürgermeister Alois Mondschein (ÖVP) bekräftigte diese Forderung. Bei allem Verständnis dafür, dass man eine so immense Kostensteigerung nicht unkommentiert lassen kann, sollten aber alle politischen Vertreter nicht vergessen, dass man für den Kern der Sache — nämlich mehr Geld für die Sanierung aufzustellen, ohne ein Loch im Budget zu verursachen — gemeinsam die politische Verantwortung tragen sollte. Konstruktive Gespräche bringen da definitiv mehr, als politische Kleingeld zu waschen.