Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Über die unschönen Nachwehen der Landtagswahl in Ollersdorf

Von Carina Fenz. Erstellt am 05. Februar 2020 (04:04)

Die Landtagswahlen sind zwar geschlagen, die Nachwehen beschäftigen aber möglicherweise noch die Gerichte. Konkret geht es um einen möglichen Wahlbetrug in Ollersdorf, wo die Landeswahlbehörde derzeit ermittelt. Das Vorzugsstimmenergebnis von Zweitwohnsitzer SPÖ-Landesrat Christian Illedits wurde von der Gemeindewahlbehörde, deren Vorsitzender Bürgermeister Bernd Strobl ist, falsch an die Bezirkswahlbehörde weitergeleitet. Am Montagabend wurde der Fehler — Illedits wurde nur eine Vorzugsstimme zugerechnet, dabei hatte er 59 — vom Umfeld Illedits bemerkt und am Dienstag von Funktionären der Bezirks-SPÖ gemeldet. Das Ergebnis wurde mittlerweile von der Bezirkswahlbehörde berichtigt.

Die Frage, ob der Fehler vorsätzlich passiert ist oder es sich um ein Missverständnis handelte, muss die Landeswahlbehörde klären. Für Strobl — für ihn gilt die Unschuldsvermutung — war der Fehler ein Missverständnis und das dieser Fauxpas niemanden in der Wahlkommission aufgefallen ist, zeugt zwar nicht von großer Sorgfalt, beweist aber auch, dass Vertrauen gut und Kontrolle besser ist. Im Falle von Strobl — der sich als scharfer SPÖ-Kritiker schon öfter in Szene gesetzt hat — wohl im doppelten Sinne.