Vertrauen sieht anders aus. Carina Fenz über die Schließung der Volksbank in Stegersbach

Von Carina Fenz. Erstellt am 26. September 2018 (03:59)

Die Volksbank schließt am 12. Oktober die Bankfiliale in Stegersbach, der Selbstbedienungs-Bereich bleibt. Damit verlieren rund 1.500 Bankkunden ihre Filiale und den direkten Draht zu ihrem Kundenberater. Einerseits ein logischer Schritt für die Volksbank, denn der Strukturwandel im ländlichen Raum macht auch vor Banken nicht Halt — sogar die mächtige Raiffeisen hat mit Jahresbeginn ihr Filialnetz in den Bezirken Güssing und Jennersdorf verschlankt.

Andererseits ist die Schließung jeder Bankstelle, vor allem für die betroffenen Kunden und Gemeinden ein Verlust, der nicht leicht aufzuwiegen ist. Am Beispiel der Volksbank ist die Verlautbarung der Filialschließung von Stegersbach mächtig nach hinten losgegangen. Die Kunden wurden nämlich viel zu spät über den Entschluss informiert.

Ähnlich wie bei der Schließung der Filiale in Stinatz, im Jahr 2015, die der Ortspfarrer in seiner Sonntagspredigt verkündet hat und damit für ein Raunen in seiner Pfarrgemeinde gesorgt hat. Auch wenn die Schließung für die Volksbank ein notwendiger Schritt ist, um die Wirtschaftlichkeit zu erhalten, das Vertrauen der Kunden ist mit der Art und Weise der Schließung auch mit verloren gegangen.