Poker um Güssinger Mineralwasser

Produktionshalle und Quellen des in den Konkurs geschlitterten Mineralwasserabfüllers sollen bald unter den Hammer kommen. Die Wirtschaftsagentur will sich beteiligen.

Erstellt am 04. November 2021 | 05:11
Güssinger Mineralwasser
Foto: BVZ, Pekovics

Nachdem das Inventar im Vorjahr zum Schrott- und Metallpreis verkauft wurde, geht es in naher Zukunft auch um die Versteigerung der ehemaligen Produktionshalle des Traditionsunternehmens „Güssinger Mineralwasser“, welches 2019, im 204. Jahr nach der Gründung, in den Konkurs geschlittert war. Letzter Eigentümer war die Finstil Holding GmbH, ein Beteiligungsunternehmen, welches im 100-prozentigen Eigentum der E & A Beteiligungs GmbH steht.

„Wir machen uns Gedanken darüber, uns die Grundstücke zu sichern und natürlich auch darüber, die Möglichkeiten in Richtung eines Geschäftsbetriebes auszuloten.“ Michael Gerbavsits

Sowohl Gemeinde, als auch Masseverwalter wünschen sich eine rasche Abwicklung des Verfahrens. Ein Wörtchen mitreden will auch die Wirtschaftsagentur Burgenland, die bei der geplanten Zwangsversteigerung ein Anbot legen möchte. Das bestätigt auch Geschäftsführer Michael Gerbavsits im Gespräch mit der BVZ: „Wir machen uns Gedanken darüber, uns die Grundstücke zu sichern und natürlich auch darüber, die Möglichkeiten in Richtung eines Geschäftsbetriebes auszuloten.“ Am Freitag der Vorwoche dann die Wende in der Causa.

„Das Verfahren wird zwar länger dauern, aber der Verkaufsprozess kann strukturierter über die Bühne gehen“ Klaus Dörnhöfer

„Über die Liegenschaftseigentümerin, die E & A Beteiligungs GmbH, wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet“, weiß Masseverwalter Klaus Dörnhöfer. Was heißt das für die Pläne der Wirtschaftsagentur? „Das Verfahren wird zwar länger dauern, aber der Verkaufsprozess kann strukturierter über die Bühne gehen“, erklärt Dörnhöfer. Hinter vorgehaltener Hand ist auch immer wieder die Rede vom Interesse der Red Bull GmbH von Dietrich Mateschitz, die gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur Burgenland an einem Konzept zur Wiederaufnahme des Betriebes arbeite.

Für Gerbavsits reine Spekulation, ebenso für den Konzern, der auf Anfrage der BVZ Interesse ausschließt. Für die Gemeinde wäre die Wiederaufnahme des Betriebes die beste Option. Auch die Konstellation Wirtschaftsagentur Burgenland und Red Bull würde man sich wünschen. „Das wäre die Möglichkeit, das vorhandene Mineralwasser einer sinnvollen Verwendung zuzuführen.“