Photovoltaik: Bangen um Ausbau in Strem. Patrick Wagenhofer muss sich um eine Eignungszone neu bewerben, obwohl der Ausbau seiner Anlage bereits fixe Sache war.

Von Carina Fenz. Erstellt am 10. Juni 2021 (06:39)

Das Land und die Energie Burgenland planen im Zuge der Solar-Offensive die Errichtung von 1.300 Hektar Photovoltaik-Anlagen in 19 Gemeinden - darunter auch in Güssing (100 bis 130 Hektar) und Tobaj (fünf Hektar). Die „Solarmetropole“ Strem, wo Patrick Wagenhofer vor einigen Jahren die größten Photovoltaik-Freiflächenanlage des Landes errichtet hat, ist in den aktuellen Ausbau-Plänen des Landes nicht vorgesehen.

Trotzdem könnte der Plan des Landes für Wagenhofer zum großen Problem werden, denn dieser muss jetzt um seine bereits eingereichten Ausbaupläne bangen. „Aktuell beträgt unsere Leistung 2.580 kWp. Nach dem Ausbau könnten hätten wir Potenzial für nochmals fast 4.000 kWp“, erklärt er im Gespräch mit der BVZ. Aber: Obwohl das 3,5 Hektar große Grundstück bereits im Jahr 2013 umgewidmet wurde, ist es aktuell nicht als Eignungszone ausgewiesen. Warum das aber zukünftig so sein muss, erklärt Peter Zinggl von der zuständigen Abteilung des Landes: „Rechtlich gesehen ist es so, dass bis zum Inkrafttreten der Novelle, die Flächenwidmung der Gemeinde ausgereicht hat. Mit der neuen Novelle gibt es andere Voraussetzungen. Flächen werden nur als Eignungszone ausgewiesen, wenn es eine vom Land verordnete Eignungszone ist. Im Falle von Strem, kann der Eigentümer seine Fläche einmelden, einen Rechtsanspruch hat er nicht. Das Land prüft dann, ob die Erweiterung des Standorts ins Gesamtkonzept passt.“

Wagenhofer: „Werden uns bewerben“

Für Wagenhofer heißt es jetzt zittern, wann und vor allem ob, sein geplanter Ausbau in Strem überhaupt über die Bühne gehen kann. „Bevor wir zu streiten beginnen, werden wir uns um eine Eignungszone bewerben“, erklärt Wagenhofer, der trotzdem nicht mit Kritik spart. „Wir haben eigentlich nur durch Zufall erfahren, dass auch bereits gewidmete Flächen von der neuen Regelung betroffen sind. Das ist schon unverständlich für uns.“

Etwas anders sieht das Strems Ortschef Bernhard Deutsch, der sehr wohl an einen Einspruch denkt. „Ich denke nicht, dass es Sinn macht, wenige Kilometer entfernt mehr als 110 Hektar wertvolle Ackerfläche neu zu verbauen und eine bereits gewidmete und noch dazu vorbelastete Fläche nicht als Eignungszone auszuweisen.“ Deutsch weiter: „Das haben wir auch nicht aus Jux und Tollerei gemacht, vor allem weil es sich um eine Erweiterung handeln würde und daher eine technisch vorbelastete Fläche ist, die der Eigentümer noch dazu um einen extrem hohen Preis erworben hat.“

Außerdem gab es, nicht so wie im Nordburgenland, wo Private und Industriebetriebe in letzter Zeit von der Energie Burgenland negative Rückmeldungen mit dem Verweis, dass die Netzkapazitäten diese nicht erlauben, in Strem laut Bürgermeister Bernhard Deutsch bereits die Zusage, eine neue 20-KV-Leitung zu verlegen, um das Netz nicht noch mehr zu belasten.