Stinatz bekommt Wegweiser in zwei Sprachen. Stinatz plant die Einführung von kroatisch-deutschen Straßenbezeichnungen und die Stinatzer Hochzeit wurde von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe eingestuft.

Von Carina Fenz. Erstellt am 15. Oktober 2020 (06:03)
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Die „Stinjačka svadba“ — kroatisch für Stinatzer Hochzeit ist seit wenigen Tagen immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Dafür hat sich der österreichische UNESCO-Fachbeirat ausgesprochen. Der Ursprung der Stinatzer Hochzeit liegt bereits im 16. Jahrhundert, als sich Kroaten im heurigen Burgenland angesiedelt haben.

„Der Hochzeitsbrauch verbindet mündlich überlieferte Traditionen wie den Stinatzer Dialekt und die Volkslieder mit traditionellen Handwerkstechniken wie der Herstellung der lokalen Tracht. Dieser Brauch verdeutlicht die Identität der Gemeinschaft als Stinatzer Dorfbevölkerung sowie als Angehörige der kroatischen Volksgruppe“, heißt es in der Begründung der UNESCO-Kommission.

Den Anlass für die Aufnahme als immaterielles Kulturerbe der UNESCO lieferte die Kultur Initiative Stinatz (KIS). Der Weg dahin war allerdings ein langer, wie Bürgermeister Andreas Grandits weiß: „Wir haben im Vorfeld eine Stellungnahme als Gemeinde abgeben müssen und es gab auch zwei wissenschaftliche Gutachten dazu.“ „Die Stinatzer Hochzeiten ist ein Zeichen der kroatischen Identität, Kultur und Sprache sowie der besonderen Trachten“, erklärt der Ortschef.

Um die kroatische Kultur noch sichtbarer zu machen, sollen jetzt auch zweisprachige Straßenbezeichnungen in Stinatz eingeführt werden. Gefordert wird dies auch von SPÖ-Gemeinderat Thomas Grandits, „um die Zweisprachigkeit in unserer Gemeinde noch mehr zu manifestieren.“ Schon längst in Planung, lässt Bürgermeister Andreas Grandits (ÖVP) ausrichten.

„Die Einführung von kroatisch-deutschen Straßenbezeichnungen wurde auf meinen Antrag vom Gemeinderat beschlossen“, erklärt der Ortschef. Aktuell werden Erhebungen durchgeführt, denn „die Übersetzungen werden nicht wortwörtlich sein, sondern an das Stinatzer Kroatisch angepasst werden“, erklärt Grandits. Rund 8.000 Euro sollen die neuen zweisprachigen Ortsschilder kosten, die auf knapp 23 Straßen aufgestellt werden, „spätestens im nächsten Jahr“, erklärt der Bürgermeister.