Frost: Bangen um Obsternte

Die Obstbauern in Kukmirn kommen wieder nicht um Frostschäden herum. In den letzten fünf Jahren ist man ohnehin nur einmal ohne Prävention ausgekommen – eine Bilanz.

Erstellt am 15. April 2021 | 05:52

Mittlerweile bangen die Obstbauern in dieser meteorologisch betrachtet sehr sprunghaften, als auch fragwürdigen Zeit bereits jedes Jahr um ihre Ernte. Kernobst (Apfel) ist grundsätzlich durch die geschlossenen Blüten etwas frostresistenter. Die Bäume nehmen erst bei etwa -4 bis -5 Grad Schaden. Steinobst (Marille, Kirsche, Pfirsich) hingegen ist stärker gefährdet, da sie früher blühen und schon zwei Grad unter Null irreversibel zugrunde gehen. Diese Wetterkapriolen machen den Bauern in Kukmirn zu schaffen. Altbürgermeister und Obstbauer Franz Hoanzl hofft, dass zumindest „nicht alles hin ist“: „Der Frost dauerte einige Tage und war leider sehr intensiv. Die Marillen haben sicher ordentlichen Schaden erlitten, aber das gesamte Ausmaß ist erst in ein paar Wochen zu erkennen. Heuer ist die Vegetation der Steinobstbäume etwas hinten; da war es voriges Jahr schon schlimmer. Wir haben die Äpfel frostberegnet; zwischen -6 und -7 Grad ist diese Prävention am effektivsten“, informiert Hoanzl. Beim Obstbaubetrieb Nikles ist die Lage nicht viel besser. Helene Nikles sieht sich in ihrer Existenz bedroht: „Die Marillen sind komplett dahin; die Kirschen beheizen wir noch. 2020 hatten wir schon Ertrags-Einbußen von 50 Prozent. Fraglich, ob das noch ein zweites Jahr auszuhalten ist.“ Günter Freismuth, flächenmäßig der größte Marillenbauer in Kukmirn, erzählt: „Man muss mit dem Frost leider leben; da ist auch der Klimawandel dran schuld. Ich finde das sehr bedenklich. In den letzten fünf Jahren sind wir nur einmal ohne Maßnahmen ausgekommen.“

Obstbau Zotter ist bis dato noch glimpflich davongekommen, wie Johanna Zotter wissen lässt: „Wir haben mit Frostkerzen geheizt bei den Marillen, bis jetzt sieht es nicht so schlecht aus. Eine unserer Anlagen ist höher gelegen, da ist alles in Ordnung, die zweite Anlage haben wir eben beheizt. Die letzten fünf Jahre ist es bei uns im Süden echt extrem geworden. Ich glaube, es hat sich schon sehr vieles gewandelt, das wird bestimmt auch mit dem Klima zu tun haben.“

Landwirtschaftskammer wird Schaden eruieren

Auf Nachfrage bei der Burgenländischen Landwirtschaftskammer, ob das Ausmaß der Schäden bereits beziffert werden kann, hieß es, dass man noch nichts Genaueres feststellen könne. „Da man nicht weiß, wie lange diese Wetterkapriolen noch andauern werden, wird man erst gegen Ende April exakt feststellen können. Anfang der Woche hatten wir diesbezüglich noch keine Informationen“, so Magdalena Kaiser.