Wenn der Arzt fehlt

Erstellt am 08. April 2022 | 04:50
Lesezeit: 2 Min
Arzt Symbolbild
Foto: Fotoart by Tommy Weiss_pixelio.de
Es ist eine Zwickmühle: Der Jennersdorfer Allgemeinmediziner Wolfgang Gangl war der einzige Bewerber für die Kassenstelle in Kukmirn – den lehnt der Gemeinderat jedoch ab.
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Wie die BVZ berichtete, gab es für die von der Ärztekammer ausgeschriebene Stelle in Kukmirn nur einen Bewerber: Wolfgang Gangl aus Jennersdorf.

Der derzeit noch ordinierende Arzt Burkhard Benedek wird mit Ende 2022 den Ruhestand antreten, Gangl soll der Krankenkasse am 21. April für diese Stelle vorgeschlagen werden. Er würde – wenn er die Stelle annimmt – die Ordinationsräumlichkeiten von Benedek nicht übernehmen. Die Gemeinde müsste neue Räume zur Verfügung stellen, erst dann käme er nach Kukmirn. Diesen Bericht legte Bürgermeister Werner Kemetter dem Gemeinderat bei seiner letzten Sitzung vor – wohlwissend, dass Gangl „keine unbekannte Persönlichkeit ist“, wie Kemetter es formulierte.

Der Gemeinderat zeigte sich mit seiner Meinung zum möglichen Nachfolger aus Jennersdorf eindeutig. Gemeindevorstand Klaus Weber: „Wir sollten nicht investieren und uns als Gemeinderat gemeinsam gegen ihn aussprechen.“

Gangl habe laut Kemetter ehrlich zugegeben, nur wegen der Hausapotheke nach Kukmirn kommen zu wollen. „Wenn Doktor Gangl die Stelle ablehnt, wird sie neu ausgeschrieben. Wenn es wieder keinen Bewerber gibt, steht Kukmirn ohne Arzt da“, so die Aussichten des Bürgermeisters. In diesem Fall fällt es dann in seine Pflicht, die ärztliche Versorgung zumindest für Kindergarten, Schule, Altenheim und Totenbeschauung zu sichern – zur Not durch Werksverträge mit Ärzten. „Viele gehen in Pension oder haben selbst so viele Patienten; das tut sich keiner an“, prognostiziert Kemetter düster. Mit der Pensionierung Benedeks läuft der Sanitätskreis aus; weder der Bürgermeister noch die Gemeinde hat bei der Wahl eines Arztes ein Mitspracherecht.

Unterdessen kam aus den Reihen des Gemeinderates der Vorschlag, auf eigene Hand österreichweit in einschlägigen Zeitschriften zu inserieren; Kemetter werde diese Möglichkeit abklären. Auf Nachfrage der BVZ war Wolfgang Gangl zu keiner Stellungnahme bereit.

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