Kritik an Ortschefs aus Kukmirn und Großmürbisch

In Großmürbisch wurden Bürger dazu angehalten, bei fremden Auto-Kennzeichen die Polizei zu verständigen. In Kukmirn war für einige Tage der Besuch am Friedhof untersagt.

Erstellt am 10. April 2020 | 05:36
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Bürgermeister Werner Kemetter und Bürgermeister Jürgen Kurta.
Bürgermeister Werner Kemetter und Bürgermeister Jürgen Kurta.
Foto: BVZ

In der Vorwoche sorgten amtliche Mitteilungen in zwei Gemeinden für Ärger unter den Bürgern. In Kukmirn wurde aufgrund des amtlichen Erlasses, dass alle öffentlichen Flächen gesperrt werden sollen, auch der Friedhof gesperrt.

„Dass Besuche am Grab nicht mehr möglich waren, sorgte bei vielen Bürgern für Unverständnis“, musste auch Bürgermeister Werner Kemetter einsehen und gestattete nach der Kritik einzelner Bürger wieder Friedhofsbesuche. „Natürlich nur, wenn man die Richtlinien, wie mindestens ein Meter Sicherheitsabstand einhält“, erklärt der Bürgermeister in Gespräch mit der BVZ.

Eine kuriose amtliche Mitteilung sorgte in der Vorwoche auch kurzzeitig für Aufregung in Großmürbisch. Bewohner sollten, falls sie unbekannte Pkw-Kennzeichen in der Ortschaft parken sehen, die Polizei verständigen. Mittlerweile wurde eine neue Fassung online gestellt.

Am 26. März ging eine amtliche Mitteilung des Gemeindeamtes Großmürbisch raus, welche unter anderem folgenden Inhalt hatte: „(...) Sollten Sie dennoch geparkte Autos mit unbekannten Kennzeichen aus anderen Bezirken, Bundesländern oder aus dem Ausland sehen, rufen sie bitte die Polizei (ausgenommen sind Zustelldienste wie DPD, DHL, UPS, diverse Speditionen für Internet-Bestellungen).“

Jäger mit „fremden“ Kennzeichen

Nachgefragt bei Bürgermeister Jürgen Kurta (ÖVP) stellte dieser klar: „Es sollte eigentlich ein Schutz für die eigenen Leute sein. Wir haben hier ein paar Zugereiste, da wollen wir keine Partys in der Ortschaft. Im Vorfeld sollte auch klar sein, dass nicht wir von der Gemeinde angerufen werden sollen, sondern die Polizei. Aber alle unsere Bewohner verhalten sich korrekt. Wir haben die Mitteilung korrigiert.“ Hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich, dass der für Großmürbisch zuständige Jäger ebenfalls gemeldet wurde.

Grund hierfür ist, dass er eben ein „fremdes“ Jennersdorfer Kennzeichen besitzt. Der Jäger kann jedoch beruhigen: „Mir ist nichts passiert. Mein Auto kennen die Leute nach über 20 Jahren Jagd mittlerweile. Ich glaube, ich könnte sogar ein kroatisches Kennzeichen haben und die Leute würden mich erkennen“, lachte der aus dem Bezirk Jennersdorf stammende Jäger. Die Textstelle mit der Polizei fehlt in der aktualisierten Version vom 1. April nun.