Rostwasser im Seniorenheim Limbach

Im Seniorenheim Limbach kommt braunes Wasser aus der Leitung, weitere Fälle sind bekannt. Auslöser sollen Mangan-Ablagerungen sein. Was steckt dahinter?

Erstellt am 12. August 2021 | 05:24

„Am Samstag hat die Köchin angerufen, dass das Wasser aus der Leitung braun ist; wir haben dann viermal den Filter getauscht. 30 Bewohner mit so einem Wasser zu versorgen ist unmöglich. Am Nachmittag war es dann besser und die Gemeinde hat dann eine Wasserspülung bei uns im Haus vorgenommen.

Am Sonntag und am Montag war das Wasser zum Glück wieder in Ordnung. Dieses Problem ist nicht zum ersten Mal aufgetreten, aber so schlimm wie am Samstag war es noch nie“, erzählt Manuela Eder-Dolmanits, Leiterin der Seniorenpension Limbach.

„Im Wasser sind gewisse Mineralien und Bestandteile. Bei den Verunreinigungen handelt es sich um ungelöstes Eisen. Beim Heim ist das zum ersten Mal vor circa vier bis fünf Jahren aufgetreten.“ Richard Vettermann

Das Trinkwasser sorgt definitiv für einen ersten Schreckmoment und verleitet dazu, das Problem beim Wasserverband Unteres Lafnitztal, dem die Gemeinde angehört, zu suchen, doch so einfach ist es nicht, wie Geschäftsführer Richard Vettermann ausführlich erklärt: „Im Wasser sind gewisse Mineralien und Bestandteile. Bei den Verunreinigungen handelt es sich um ungelöstes Eisen. Beim Heim ist das zum ersten Mal vor circa vier bis fünf Jahren aufgetreten. Meiner Vermutung nach lagert sich dieses Eisen in Verbindung mit Sauerstoff als Eisenoxid (Rost) ab. Die Leitungen im Heim sind an die 25 Jahre alt, da legen sich Ablagerungen an. Wenn die eine gewisse Dicke erreichen und die Fließmenge hoch ist, lösen sie sich, werden mitgerissen und kommen zum Vorschein. Das Heim ist einer der stärksten Anschlüsse und beseitigen kann man das nur, wenn alle zwei bis drei Jahre die gesamten Leitungen durchgespült werden. Wir haben das der Gemeinde schon damals gesagt, dass sie die Leitungen spülen müssen; vor drei Jahren hat das eine Fachfirma gemacht und in Kukmirn alles gespült – dann war zwei Jahre Ruhe und jetzt tritt das wieder auf“, sagt Vettermann zum Grund für das unansehnliche Wasser.

Beim Verband wird das Wasser in zwei Hochbehältern gesammelt, aus denen die Gemeinden beschickt werden – eine Verunreinigung würde als erstes im Verband wahrgenommen werden. Am Beispiel Limbach, aber auch an Fällen aus Neusiedl liegt es demnach am kommunalen Leitungsnetz, sonst wären andere Gemeinden genauso betroffen.

„Sehr viele Leitungen vom gesamten Netz werden wohl schon ziemlich verlegt sein; da gehört wieder durchgespült, dass sauberes Trinkwasser für alle gewährleistet wird.“Werner Kemetter

Bereits vor Jahren hat der Verband vorgeschlagen, den Betrieb der Leitungen und die Instandhaltungen – ohne Eigentumsverhältnisse – zu übernehmen, wo von den Gemeinden auch die Haftung und Verantwortung abgefallen wäre, aber einige Bürgermeister aus den 18 zugehörigen Gemeinden wollen das nicht. Kukmirns Bürgermeister Werner Kemetter ist ob der Situation ziemlich gestresst: „Die Leute haben mich im Zehn-Minuten-Takt angerufen, was verständlich ist. Sehr viele Leitungen vom gesamten Netz werden wohl schon ziemlich verlegt sein; da gehört wieder durchgespült, dass sauberes Trinkwasser für alle gewährleistet wird.“