Land Burgenland könnte Güssinger unterstützen. Das Land Burgenland könnte den Mineralwasserabfüller Güssinger, der nach einem vom Lebensmitteldiskonter Hofer verhängten Lieferstopp mit wirtschaftlichen Problemen kämpft, unterstützen.

Von APA / BVZ.at. Update am 24. Oktober 2019 (16:42)
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Landtagspräsidentin Verena Dunst (SPÖ) kann sich eine Beteiligung der Wirtschaft Burgenland (WIBUG) oder durch den Athena-Fonds vorstellen, sagte sie in einer Aussendung. Der Betrieb müsste aber Auflagen erfüllen.

Die WIBUG, eine 100-Prozent-Tochter des Landes, und der Athena-Fonds, der Risikokapital für Klein- und Mittelbetriebe bereitstellt, hätten schon vielen Firmen geholfen und Betriebe vor dem Zusperren bewahrt, betonte Dunst. Eine ähnliche Variante könne auch Güssinger helfen. Dafür fordert die Landtagspräsidentin die Verantwortlichen beim Mineralwasserabfüller auf, die "nötigen Schritte" zu tun. "Für eine Beteiligung des Landes ist Transparenz nötig", sagte sie. Bisher habe das Unternehmen allerdings wenig Bereitschaft gezeigt, "den nötigen Schritt der Öffnung der Bücher zu tätigen", meinte Dunst.

Auch die "undurchsichtigen Eigentumsverflechtungen" seien hier ein Hindernis. Dunst will jedenfalls "alles daran setzen, den Standort zu retten". Der Betrieb sei wichtig für die Arbeitnehmer und ein Aushängeschild für die Region. "Jeder Arbeitslose wäre einer zu viel", betonte sie.

Petschnig: Beteiligung an Güssinger wäre "äußerst schwierig"

Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ) steht einer möglichen Beteiligung des Landes an Güssinger, der derzeit wirtschaftliche Probleme hat, skeptisch gegenüber. Unübersichtliche Eigentümerverhältnisse und Markenrechtsstreitigkeiten würden eine Beteiligung "äußerst schwierig" machen, betonte er am Donnerstag in einer Aussendung.

Die Idee von Landtagspräsidentin Verena Dunst (SPÖ), das Unternehmen, das seit dem vom Lebensmitteldiskonter Hofer verhängten Lieferstopp mit Problemen kämpft, auf diese Weise zu unterstützen, sei "alles andere als neu", sagte Petschnig. Bereits vor zwei Jahren habe die Wirtschaft Burgenland (WiBuG) mit Güssinger Gespräche über eine Beteiligung oder einen Kauf aufgenommen. Diese seien jedoch aufgrund der ablehnenden Haltung des Eigentümers im Sand verlaufen.

Derzeit seien die unübersichtlichen Eigentümerstrukturen und darauf fußende Markenrechtsstreitigkeiten gravierende Probleme. "Salopp gesprochen ist der WiBuG nicht einmal zweifelsfrei bekannt, mit wem man überhaupt Verhandlungen führen könnte", betonte Petschnig. Die in den beiden Risikokapitalfonds zur Verfügung stehenden Mittel seien "öffentliche Mittel aller Burgenländer" und somit "seriös und nicht für Hauruck-Aktionen einzusetzen", sagte er.

Prinzipiell seien Land und WiBuG zu "konstruktiven Lösungen" bereit, die Hauptverantwortung liege aber beim Eigentümer. Dieser müsse die "nötigen Schritte zu einer wirtschaftlichen Gesundung" des Betriebes setzen, so Petschnig.