St. Michael bekommt ein Kanal-Trennsystem

Der Natur Wasser zurückgeben: So lautet der Leitgedanke vom neuen Klimaschutz und Infrastrukturprojekt in St. Michael. Das Regenwasser darf zurück zur Strem.

Silke Katschner
Silke Katschner Erstellt am 24. September 2021 | 05:11
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Bürgermeister Erich Sziderits und Bauausschuss-Obmann Bernd Kremsner bei der Baustelle vom Kanal-Trennsystem.
Foto: zVg

Die Gemeinde baut an einem Kanal-Trennsystem – ein Projekt von vielen, das Bürgermeister Erich Sziderits gemeinsam mit Bernd Kremsner, Obmann des Bauausschusses, umsetzen will. Im Sinne der Nachhaltigkeit wird das Regenwasser nicht mehr wie bisher in die Kläranlage geleitet, sondern zurück in den Strembach, wo es wieder der Natur zugutekommt. Bislang wurde auch das Regenwasser im Schmutzwasser-Kanalnetz aufgefangen und in die Kläranlage nach Glasing transportiert. Die Form des sogenannten Mischkanals ist kostenintensiv; die Wassermengen überlasteten das Kanalsystem oft genug. Nach der Devise ‚Wenn nicht jetzt, wann dann‘ startet Bürgermeister Erich Sziderits somit die Initiative; man wolle gegen den Klimawandel und im Sinne einer besseren Infrastruktur gut aufgestellt sein. Es regnet im Ort zwar nicht mehr so häufig, aber wenn, dann heftig und in großen Mengen – Wolkenbrüche, welche die Erde immer schwerer ‚verdaut‘ und die so zu überfluteten Kanälen und Kellern führen.

Bernd Kremsner zum neuen Kanal-Trennsystem: „Das ist eine sinnvolle Maßnahme. Unserer Gemeinde werden so auch zusätzliche Kosten erspart, die durch höhere Wassermengen in der Kläranlage angefallen wären. Weiters wird sich auch die Gefahr verringern, dass häufig Abwasser in Kellerräume gelangt.“ Das Projekt wird 40.000 Euro kosten und ist bereits in der Umsetzung. Bernd Kremsner ergänzt: „Diese Kosten beinhalten auch die längst überfällige Sanierung des bestehenden Regenüberlaufbauwerks im Bereich des Raiffeisen-Lagerhaus-Gebäudes“. Ein großer Vorteil des Kanal-Trennsystems ist, dass auch bei hohem Wasserstand noch ein freier Abfluss des Wassers möglich ist. Zudem wird der Schmutzwasserkanal weniger belastet, wodurch es nicht mehr so häufig zu Ablagerungen kommt, die bei alten Mischwasserkanälen üblich sind.