Endgültiges Aus für Güssinger AktivPark. Am 31. Oktober gehen im AktivPark – wieder einmal – die Lichter aus. Diesmal scheint es aber endgültig zu sein.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 13. August 2020 (06:01)
AktivPark Güssing

Über zwanzig Jahre hat der AktivPark besonders das sportliche Leben in der Region geprägt. Es ist eine Geschichte, die geprägt ist von vielen Hochs und Tiefs, von großen Plänen und enttäuschten Hoffnungen.

1998 ging das Hotel, ausgestattet mit sportlichen Inne- und Außenanlagen in Betrieb, 2003 wurde das Angebot um einen beheizter Kunstrasen- und einen Naturrasenplatz erweitert. Bowlingbahn, Billardtische, ein Fitnessraum und die „Player’s Bar“ rundeten das Angebot ab. Viele Vereine nutzten das Angebot und hielten ihre Trainingslager hier ab, mit der Auslastung war man recht zufrieden: „Das Segment mit den Vereinen funktionierte immer gut, besonders in der Sommerferien gab es viele Buchungen in diesem Bereich. Aber auch viele Privatpersonen haben unser Angebot gerne in Anspruch genommen“, erzählt WSF-Verantwortlicher Alexander Fuchs-Robetin. 2009 traf dann das Hochwasser den AktivPark schwer, jahrelang waren die Spuren zu sehen.

Erste Schließung vor acht Jahren

Doch 2012 schmiedete man schon neue Pläne: ein Golfresort mit auf einer Fläche von 180 Hektar, durchzogen mit feinen Bungalows, sollte entstehen. Die daraus resultierenden Einnahmen hätten dem AktivPark zugute kommen sollen, an dem nicht nur das Hochwasser sondern auch die Spuren der Zeit nicht spurlos vorüber gestrichen sind. An dem Projekt schieden sich aber mehrere Geister, und so wurden das Hotel inklusive aller sportlichen Anlagen noch im selben Jahr geschlossen. 2016 wurde wieder geöffnet, was besonders der Initiative des damaligen Basketball-Obmanns Reinhard Koch zu verdanken war, der „seine Knights“ nicht heimatlos sehen wollte. 2018 einigten sich dann auch Gemeinde und Eigentümer, die Gemeinde erwarb die Sporthalle und die dahinterliegenden Tennisplätze, und Mietverträge für einige Räume, wie beispielsweise die Umkleidekabinen, wurden unterzeichnet. 2019 wagte die WSF-Gruppe einen weiteren Vorstoß in Sachen Golf-Projekt, stieß damit aber zum zweiten mal auf keine positive Resonanz. Damit stand fest, dass der AktivPark verkauft werden soll und sich auch kein Golfball den Weg durch Güssings Wald- und Wiesenlandschaft bahnen wird. Es sollte keine Einschränkungen im Hotelbereich geben, bis ein neuer Eigentümer gefunden und somit eine geordnete Übergabe erfolgen kann.

Endgültiges aus oder gibt es Interessenten?

Doch die Corona-Krise hat die Buchungslage im AktivPark gleich Null gefahren, auch hier stieß man an seine finanziellen Grenzen. „Wir sperren mit Mitte August wieder auf, da einige Buchungen eingetroffen sind, mit 31. Oktober werden wir den Betrieb aber endgültig stilllegen“, erklärt dazu Alexander Fuchs-Robetin. „Wir werden unsere Mitarbeiter ordnungsgemäß verabschieden und dann unser Engagement als Betriebsführer in Güssing einstellen.“ Eine Nachfolgelösung würde der WSF-Verantwortliche präferieren, schließlich hat er selbst viel Herz und Zeit in dieses Projekt investiert. „Wir sind für alle Verhandlungen offen“, bietet er aktiv möglichen Interessenten Gespräche an. Der Vertrag mit der Gemeinde wurde nun ordnungsgemäß gekündigt, die Gastronomie wird ihren Betrieb spätestens Ende Oktober niederlegen. „Wir wollen alle Probleme in fairer Weise lösen, aber wir können die finanziellen Verluste nicht weiter tragen“, konstatiert Fuchs-Robetin.

Bürgermeister Vinzenz Knor hofft ebenfalls auf eine zukunftsträchtigere Lösung: „Wir wurden von der Stilllegung informiert. Es gibt allerdings eine Güssinger Gruppe, die daran interessiert ist, den Aktivark weiter zu führen, da laufen derzeit die Verhandlungen. Ich hoffe, dass sich Eigentümer und Interessenten einig werden.“

Vizebürgermeister appelliert an die Stadtführung, aktiv zu weden: „Ich fordere, dass der Stadtrat bei der nächsten Sitzung über diese Interessenten informiert wird, um dann zu klären ob das ein seriöses Angebot ist und über ein ledigliches Interesse hinausgeht. Wenn nicht, fordere ich den Bürgermeister auf, mit dem Eigentümer Verhandlungen aufzunehmen um den AktivPark zu kaufen, damit nicht eine weitere `Bauleiche´in Güssing entsteht.“