Direktorin Martina Farkas: Die Leidenschaft als Ziel

Martina Farkas ist die neue Direktorin der Mittelschule. Sie möchte mit ihrem engagierten Team „die Leidenschaft zum Lernen“ in den Schülern erwecken.

Erstellt am 10. April 2021 | 12:28
Martina Farkas
Neue Zeiten brechen für die Güssinger Mittelschule an. Seit 2017 hat Martina Bugnits von Direktor Herbert Alber die Schulleitung interimistisch übernommen, nun folgt ihr Martina Farkas nach. Diese hat bereits viel Erfahrung im Bereich der Schulleitung sammeln können. Jetzt startet die gebürtige Großpetersdorferin mit viel Engagement und vielen Ideen in Güssing in ihre neuen Aufgaben, auf die sie sich nach vielen Jahren „im Norden“ schon besonders freut.
Foto: DMF; Farkas

Seit dem 1. April hat die Mittelschule eine neue Direktorin. Martina Farkas bringt als Schulleiterin bereits viel Erfahrung mit und plauderte mit der BVZ über Herausforderungen, Wünsche und Ziele.

BVZ: Wie kam es zu Ihrer Bewerbung für den Direktoren-Posten in Güssing?

Martina Farkas: Die Ausschreibung des Direktorspostens der MS Güssing bietet mir die Möglichkeit eine Schule zu leiten, die in Österreich nicht nur zu den besten zählt, sondern auch über besondere Voraussetzungen verfügt. Und natürlich war da auch der Wunsch, nach 20 Jahren im „Norden“ des Landes wieder in meinen geliebten „Süden“ zurückzukehren.

BVZ: Wo waren Sie bisher tätig?

Farkas: Ich habe an der Pädagogischen Hochschule in Wien die Lehramtsprüfung für Deutsch, Geographie und Wirtschaftskunde und Informatik abgelegt. Nach Dienststellen in Pinkafeld, Oberwart und Neusiedl am See kam ich im Herbst 2005 an die Hauptschule in Lockenhaus. Hier wurden mir die Funktionen der eLearning Beauftragten und Lerndesignerin übertragen. Im Bereich des mittleren Managements war ich an der Implementierung der Neuen Mittelschule maßgeblich beteiligt. Ab 2009 wurde mit hier die Stelle als Schulleiterstellvertreterin übertragen und ich lernte den administrativen Bereich der Schulleitung kennen. Im Herbst 2011 wurde ich mit der Schulleitung der HS Lockenhaus betraut. Zu Beginn des Schuljahres 2015/16 sind die NMS-Schulstandorte Lockenhaus und Bernstein zusammengelegt worden, deshalb wurde ich mit Februar 2017 auch mit der Schulleitung der Volksschule in Lockenhaus betraut. Mit Beginn des Schuljahres 2018/19 startete unter meiner Leitung der erste Pflichtschulcluster Österreichs, bestehend aus der NMS Lockenhaus, NMS Bernstein, der VS Lockenhaus sowie der VS Bernstein.

BVZ: Was bedeutete für Sie die Schule von heute? Wo sehen Sie besondere Herausforderungen?

Farkas: Der Schwerpunkt meines pädagogischen Handelns als Lehrerin und Schulleiterin war und ist das Implementieren einer Lern- und Lehrkultur. Gegenwärtig ist das fachliche Wissen so umfassend geworden, dass es nicht mehr vollständig erlernt werden kann und daher überfachliche Fähigkeiten im Berufsleben als sehr wichtig erachtet werden. Noch mehr Wissen und Können zu vermitteln scheint kein zeitgemäßes Rezept in einer medialen, elektronisierten, offenen, multikulturellen, weltweit vernetzten Wissensgesellschaft im demografischen Wandel. Es geht um neue Qualifikationen, sogenannte „soft skills“, die neben den fachlichen Kompetenzen vorausgesetzt werden. Dieser Sichtweise liegt zugrunde, dass man sich notwendiges Wissen auch aneignen kann, wenn man weiß, wie dies zu bewerkstelligen ist. Soft skills spielen im Arbeitsleben, eine immer wichtigere Rolle. Mit diesem Begriff sind Fähigkeiten, Einstellungen, Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmale benannt, die sich auf die innere Haltung und auf das außen sichtbare Verhalten beziehen. Die besondere Herausforderung der heutigen Zeit ist eine progressive Schulentwicklung.

BVZ: Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf besonders?

Farkas: Mir ist es wichtig, ein Ziel vor Augen zu haben und Mitarbeiter zu überzeugen gemeinsam eine Richtung einzuschlagen: Eine Strategie zu entwickeln, Menschen herauszufordern, das Ziel zu erreichen, indem man ihr Engagement, ihre Leidenschaft, ihr Talent, ihre Kreativität, ihre Motivation und ihr Selbstvertrauen fördert. Veränderungen sollen ermöglicht werden, um den gewünschten Erfolg sicherzustellen. Ich unterstütze meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in ihrem Tun und Handeln.

BVZ: Worauf freuen Sie sich am meisten?

Farkas: Nach dem Aufbau des Clusters Lockenhaus sehe ich als Leiterin der Mittelschule Güssing, in einer Region ohne AHS-Unterstufe, eine neue Herausforderung, die pädagogischen Konzepte einer Bildungslandschaft weiter zu entwickeln und zu verfeinern. Es ist ein wesentlicher Schwerpunkt des Konzepts, die Übergänge zwischen den Bildungseinrichtungen durch verstärkte Kooperation und Vernetzung optimal zu gestalten. Ein Vergleich, der beiden Schulen in der Schwerpunktsetzung viele Parallelen und grundlegende Übereinstimmung, zeigt. Um diese weiter zu entwickeln beziehungsweise um neue Wege zu implementieren freue ich mich, mein ganzes Know-how in einer heterogenen Schulform einzubringen.