Güssinger: Letzter Akt Zwangsversteigerung?. Nachdem Inventar zum Schrott- und Metallpreis verkauft wurde, geht es jetzt auch noch um Halle und Quellen.

Von Carina Fenz. Erstellt am 21. Januar 2021 (05:17)
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Wie geht es mit dem Güssinger Mineralwasser weiter?
BVZ

Mehr als ein Jahr ist die Pleite des Traditionsunternehmens „Güssinger Mineralwasser“ jetzt her. Nach dem Konkurs scheiterten sämtliche Rettungsversuche. Die Maschinen und das gesamte Inventar wurden im Herbst versteigert. Insgesamt fanden sich auf der Auktionsliste mehr als 1.300 Positionen – von Abfüllanlagen und Edelstahltanks bis zu hunderttausenden Wasserflaschen. Die Auktion umfasste Produktionsanlagen, die Labor-Ausstattung, Büro-Inventar, die Ausstattung der Betriebswerkstatt und auch historische Objekte, wie etwa die Güssinger Flaschensammlung der vergangenen Jahrzehnte. „Das meiste davon ist zum Schrott- und Metallpreis verkauft worden“, erklärt Masseverwalter Klaus Dörnhöfer.

Das Unternehmen, welches 1815 gegründet wurde, war also mit Herbst des Vorjahres für immer Geschichte, aber nicht so deren Hallen und die Quellen, die nicht in die Masse gefallen sind, sondern nach wie vor den Liegenschaftseigentümern gehören. „Aber genau da liegt die Schwierigkeit“, so Dörnhöfer. Jene Gläubiger, die im Grundbuch eingetragen sind, müssten die Verwertung der Hallen und Quellen beauftragen, was aktuell noch nicht passiert ist. „Langfristig wird das aber mit Sicherheit angestrebt, der Prozess bis zur Zwangsversteigerung ist ein sehr langwieriger“, so Dörnhöfer. Seitens der Gemeinde wünscht man sich einen Neustart, wenn schon nicht für das Unternehmen, dann aber für den Standort. „Ich denke schon, dass es Interessenten geben könnte, wenn der Preis passt. Am besten wäre natürlich ein Mineralwasserabfüller, immerhin gibt es funktionierende Quellen“, erklärt Bürgermeister Wilhelm Pammer.