100 Jahre und unverwüstlich

Erstellt am 19. Februar 2022 | 05:19
Lesezeit: 3 Min
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Die Neubergerin Agnes Stekovits feierte vor Kurzem ihren 100. Geburtstag.
Foto: Karner
Immer arbeiten, sehr viel lesen und rundum mit dem Leben zufrieden sein, auch wenn man ‚dearisch‘ wird – das sind nur ein paar Geheimnisse der 100-jährigen Neubergerin Agnes Stekovits.
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Als junge Frau hat Agnes Stekovits beim Graf Draskovich in der Küche gearbeitet, mitten im 2. Weltkrieg den Franz Stekovits geheiratet, die vier Kinder großgezogen, auf der kleinen Landwirtschaft daheim die Schweindln versorgt und damals auch trotz des schweren Schicksalsschlages, der sie mit 46 Jahren von heute auf morgen zur Witwe machte, nie aufgegeben. Anfang Februar feierte sie ihren Geburtstag und hätte sich selbst nie gedacht, dass sie einmal 100 Jahre alt wird.

Zufrieden und dankbar sein im Leben ist der Schlüssel

„Ich bin zufrieden mit meinem Leben. Soweit habe ich keine Schmerzen; und wenn, dann was daher kommt, ist das auch in Ordnung. Ich bin dem Herrgott dankbar, dass ich noch leben darf! Leider bin ich trotz Hörapparat schon sehr dearisch, aber irgendwas muss mit dem Alter ja kommen“, lacht sie.

Ich hätte mir niemals gedacht, dass ich einmal 100 Jahre alt werde!
Agnes Stekovits

Erst kürzlich hat sie so mir nichts, dir nichts eine Coronainfektion überstanden. Auf die Nachfrage, wie es ihr jetzt geht, antwortet Agnes Stekovits trocken nebenbei „Es geht schon. Es war nicht so arg.“

Die 100-Jährige lebt allein, bekommt Essen auf Rädern und kocht hin und wieder auch noch selbst: „Wenn irgendwas nicht mehr so geht, helfen die Kinder.“

Bei neun Enkelkindern und zehn Urenkerln ist jedenfalls einiges an Hilfe zu erwarten. Eine Enkeltochter davon ist Birgit Karner. „Die Oma ist jetzt 100 Jahre alt, aber geistig und vom Aussehen her, wirkt sie nicht älter als 80. Sie war früher eine leidenschaftliche Tänzerin, ist viel gereist und bäckt die besten Salzstangerl überhaupt! Und dass sie jetzt die Coronainfektion auch noch überstanden hat, ist eine Sensation. Meine Oma ist sehr rüstig, geistig fit wie ein Turnschuh, liest sehr viel, weiß noch alles und ist sehr intelligent“, erzählt Birgit Karner stolz.

Was sie noch erwähnte, dass der Opa eine 4-jährige Tochter in die Ehe mitbrachte. „Er war Witwer und Vater eines 4-jährigen Mädchens, namens Helly. Die Oma hat sich immer sehr liebevoll um ihre Stieftochter gekümmert und sie wie eine eigene Tochter behandelt. Leider ist Helly schon verstorben“, fügt Karner an.

Neuberger Sonnenschein als ein Lebenselexier?

Am Ende unseres Telefongesprächs verabschiedet sich Agnes Stekovits freundlich und meint nur, sie gehe jetzt noch ein bissl raus. „Heute ist so ein schöner Tag. Ich werde jetzt die Sonne genießen.“ Vielleicht ist das ein weiteres Geheimnis, um 100 Jahre alt zu werden.

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