Dörfer ohne Wirt: Wirtshaussterben geht weiter. Ein weiteres Gasthaus muss wegen neuen strengeren Auflagen seine Türen schließen.

Von Anika Perner. Erstellt am 23. Januar 2020 (04:28)
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Schon seit längerer Zeit geht es den Wirten immer häufiger wegen strenger werdenden Auflagen an den Kragen. Viele können sich den Umbau und die damit verbundenen hohen Investitionen nicht mehr leisten und sind somit fast schon dazu gezwungen ihre Lokalitäten zu schließen. Vor allem in den kleineren Dörfern stellen Wirtshäuser das Kommunikationszentrum da, wo man sich für Veranstaltungen und „Stammtischrunden“ versammelt.

Das neueste „Opfer“ dieser Art ist das Gasthaus Novakovits in Neuberg, welches von Andrea Zsifkovits viele Jahre hingebungsvoll geführt wurde. Ebenfalls „Wirtlos“ ist die 220 Einwohner Gemeinde Kleinmürbisch. Als sich Josef Marth, der einzige Wirt des Dorfes, 2018 in den Ruhestand verabschiedete musste auch er nach Jahrzehnten das Lokal „Marth“ ohne Nachfolger schließen.

Bürgermeister Martin Frühwirth erklärt: “Das Gasthaus wurde zwar verkauft, aber die Privatpersonen entschlossen sich dazu, das Wirtshaus nicht weiterzuführen. Die Vereine, müssen seither in die Nachbarortschaften ausweichen, da wir selbst keine Räumlichkeiten haben“. Bis vor kurzem stand auch das Gasthaus in Neustift bei Güssing noch leer. Doch seit vierten Jänner wird nun wieder frisch für die Bewohner im “Jungen Dorfwirt“ gekocht. Der Jungwirte übersiedelten Ende Dezember von Gerersdorf nach Neustift, ebenfalls wegen neuen Auflagen. Diese „Auswanderung“ machte somit aber auch Gerersdorf wieder wirtlos. Auch das Dorf ohne Grenzen, Bildein, sucht schon seit über einem Jahr nach einem neuem „Wirt ohne Grenzen“. Bürgermeister Walter Temmel hofft aber möglichst zeitnah auf einen positiven Ausgang .