Tierschutz oder „Gefahr in Verzug“: Krimi um 40 Hunde. Konflikt zwischen Gemeinden, BH und Eleonora Dziurzynski spitzt sich zu, neuer Bescheid erlassen.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 30. August 2017 (05:43)
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Bis Montag dieser Woche hatte Eleonora Dziurzynski Zeit, die rund 40 Hunde, die sich auf ihrem Anwesen befinden und insgesamt vier Privatpersonen gehören, zu entfernen. Aufschiebende Wirkung gegen den ausgestellten Bescheid gibt es nicht, weil laut den Behörden „Gefahr im Verzug“ herrscht. Berufung will die Tierfreundin trotzdem dagegen einlegen.

Am Montag (zu Redaktionsschluss) befanden sich die 40 Hunde noch auf dem Grundstück in Neusiedl bei Güssing, Dziurzynski will jetzt ein neues Gutachten einholen lassen, weil sie mit der Vorgangsweise der Gemeinde nicht einverstanden ist. „Im Bescheid gibt es keinen einzigen gesetzlichen Punkt, der belegt werden kann. In dieser Woche kommt eine gerichtlich beeidete Sachverständige für Tierschutz, um ein neues Gutachten zu erstellen“, hofft die Tierfreundin noch auf einen positiven Ausgang der Angelegenheit.

Ortschef will jetzt „Einhalt gebieten“

Für Bürgermeister Franz Hoanzl (ÖVP) gestaltet sich der Fall „extrem verworren und kompliziert“, weshalb er keinen weiteren Kommentar abgeben will: „Es handelt sich um ein laufendes Verfahren, das sowohl von der Gemeinde als auch von der Bezirkshauptmannschaft betrieben wird, um dem Einhalt zu gebieten.“

Mit „dem“ ist der Plan von Dziurzynski gemeint, zuerst eine Tierpension und dann in weiterer Folge ein Tierheim zu schaffen, das als Basis eines weiteren Projekts, nämlich der Resozialisierung von straffällig gewordenen Menschen, dienen hätte sollen. „Dafür brauche ich als Basis auch viele meiner Privathunde“, sagt sie. Aber die Tierfreundin mit Visionen sieht sich als Spielball zwischen den Behörden.

„Innerhalb weniger Monate hat die Gemeinde mein Projekt zuerst befürwortet, um es dann als Spuk zu bezeichnen. Dieses Verhalten ist verwunderlich, schließlich würde eine Hundepension auch Einnahmen bringen. Das wäre sicher nicht schlecht, schließlich ist ja bekannt, dass zuletzt erhebliche Defizite erwirtschaftet wurden.“