Verkeimtes Trinkwasser: Grüne orten Behördenversagen

Aktualisiert am 18. Februar 2022 | 14:29
Lesezeit: 3 Min
Wolfgang Spitzmüller
Wolfgang Spitzmüller
Foto: Wolfgang Milendorfer
Burgenlands Grüne orten Behördenversagen nach einem Fall von verunreinigtem Trinkwasser in Olbendorf (Bezirk Güssing) 2020. Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller kritisierte bei einer Pressekonferenz am Freitag, dass die Gemeinde offenbar 18 Jahre lang keine Prüfung des Wassers durchgeführt habe. Auch sei die Bevölkerung nicht über die Verkeimung informiert worden. Die Grünen forderten Aufklärung.
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Um die Trinkwasserqualität zu erhalten, gebe es in der Trinkwasserverordnung klare Bestimmungen zu den Kontrollen. "In der Gemeinde Olbendorf hat das offenbar lange nicht funktioniert. Es dürfte bis 2019 gar keine Trinkwasserkontrollen gegeben haben, obwohl im Quartal eine nötig gewesen wäre", stellte Spitzmüller fest. Bei einer Kontrolle 2020 habe man Keime im Trinkwasser gefunden: "Darüber muss die Bevölkerung informiert werden, das passierte nicht."

Dietmar Werderits, Obmann der örtlichen Wassergenossenschaft, wurde durch Zufall aufmerksam und wollte der Sache auf den Grund gehen. Im März 2021 habe er Untersuchungsberichte aus November und Dezember 2020 bekommen. Diese seien jedoch zusammenkopiert worden, ein Endergebnis fehle. Was sich sagen lässt: "Im November waren eindeutig Keime drin", so Werderits. Er erstattete in weiterer Folge zwei Anzeigen, erhielt dazu aber noch keine Rückmeldungen.

Laut Spitzmüller könne es immer wieder zu Verkeimungen kommen, etwa durch einen Rohrbruch oder Starkregen. Über Nutzungsbeschränkungen des Trinkwassers müsse aber informiert werden. Er gibt auch zu bedenken, dass es in der Ortschaft lebensmittelverarbeitende Betriebe, einen Kindergarten und ein Altersheim gebe. Die Grünen fordern daher Aufklärung von Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf (SPÖ) und kündigten eine Anfrage an.

Bürgermeister Sodl weist Skandalisierungsversuche um Trinkwasser vehement zurück

Olbendorfs Bürgermeister Wolfgang Sodl spricht davon, dass die Grünen angesichts der bevorstehenden Gemeinderatswahl im Herbst zündeln. „Hier wird versucht, auf dem Rücken der GemeindebürgerInnen mit einem seit eineinhalb Jahren zurückliegenden Vorfall politisches Kleingeld zu wechseln. Ich lasse mir meine Gemeinde nicht schlechtreden und auch nicht unser höchst qualitatives Wasser“, so Sodl. Hier werde versucht, mit einem seit eineinhalb Jahren zurückliegenden Vorfall politisches Kleingeld zu wechseln.

„Ich lass mir vom Grünen Landtagsabgeordneten Spitzmüller meine Gemeinde nicht schlechtreden und auch nicht unser höchst qualitatives Wasser“, betont Sodl und ergänzt: „Selbstverständlich wurde unser Wasser regelmäßig kontrolliert und selbstverständlich auch die GemeindebürgerIinnen informiert. Der einzige, der nun verunsichert, ist Spitzmüller. Ich weise diese Vorwürfe vehement zurück.“

Sodl zeigt sich äußerst betroffen, dass gerade jene Partei zu derartigen Mitteln greift, die angeblich für „saubere Politik“ steht: „Wir sind von der ÖVP ja einiges gewöhnt, aber dass die Grünen auf diesen Skandalisierungsversuchszug aufspringen, hätte ich persönlich nicht gedacht. Offenbar muss hier jemand von den wirklichen türkis-grünen Pandemiemanagement-Problemen im Bund ablenken. Diese Herangehensweise eineinhalb Jahre später ist wirklich letztklassig“, so der Bürgermeister abschließend.

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