Die Gemeinde Rohr stellt sich vor. Verschiedene Generationen sprechen über die Gemeinde und es wird wieder kräftig gebaut.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 23. Oktober 2019 (08:51)
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Der Verein „Rund ums Moor“ möchte in Kooperation mit dem ÖZIV Burgenland im nächsten Jahr das Rohrer Moor für Menschen mit Behinderungen beziehungsweise Beeinträchtigungen sowie altersbedingten gesundheitlichen Veränderungen möglichst barrierefrei gestalten, damit alle Besucher selbstbestimmt und aktiv am Gemeinschaftsleben teilhaben und auch ihre Freizeit in der Natur gestalten, können.
Gemeinde

BVZ: Warum Rohr und nicht Wien oder Graz?

Patrick Schalk: Diese Frage ist für mich ganz leicht zu beantworten, warum ich mich nicht für das Leben in einer der Großstädte Wien oder Graz entschieden habe, sondern für das Leben hier auf dem Land. Ich bin hier in der Gemeinde Rohr aufgewachsen, ich habe hier in Rohr meine Freunde und kann das Leben mit meiner Familie am Land sehr genießen, viel mehr als möglicherweise in einer Großstadt, wie in Wien oder Graz.

Patrick SCHALK,36 Jahre,Bauhofleiter in Rohr, Mitglied der Feuerwehr,Obmann Sport- und Freizeitverein,Mitglied beim Fischerverein
BVZ

BVZ: Was wünschen Sie sich für die Gemeinde Rohr? Was soll sich in Zukunft in der Gemeinde Rohr ändern?

Schalk: Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass die Abwanderungsrate in den ländlichen Regionen nicht weiter steigt und sich die jungen Menschen, speziell in meiner Gemeinde in Rohr, dafür entscheiden, sich hier am Land wieder vermehrt häuslich niederzulassen. Ändern würde ich bei uns in der Gemeinde Rohr nicht wirklich etwas, zumindest wüsste ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht, was bei uns im Ort anders sein sollte. Wir haben alles, was wir brauchen, um im Ort leben zu können.

BVZ: Gehört dem Leben auf dem Land die Zukunft?

Schalk: Ich finde schon, dass dem Leben auf dem Land die Zukunft gehört. Vor allem in der heutigen Zeit, die immer stressiger und lauter wird, suchen die Menschen vermehrt das Landleben, weil es hier einfach ruhiger ist.

BVZ: Was wünschen Sie sich für die Gemeinde?

Johann DURLACHER,58 Jahre,Mitglied der Freiwilligen Feuerwehrund beim Sport- und Freizeitverein
BVZ

Durlacher: Ich wünsche mir für die Gemeinde Rohr, dass sich in Zukunft viel mehr junge Familien hier im Ort ansiedeln. Außerdem wünsche ich mir, dass der Zusammenhalt in der Bevölkerung, die Dorfgemeinschaft und das rege Vereinsleben so erhalten bleiben, wie es derzeit ist. Für die Nahversorgung ist es auch wichtig, dass auch in Zukunft das Kaufhaus, der Dorfwirt, die Tankstelle und die Gewerbebetriebe noch lange Zeit für die Bewohner hier erhalten bleiben.

BVZ: Was soll sich in den nächsten zehn Jahren verändern?

Durlacher: Aus meiner Sicht müsste sich hier in der wunderschönen Gemeinde Rohr nicht viel verändern, es ist wunderbar hier zu leben. Ich genieße hier die Ruhe, abseits von großem Trubel und dem lauten Verkehr.

BVZ: Jeder kennt jeden auf dem Land. Vorteil oder Nachteil?

Durlacher: Ich bin vor etwas mehr als zweieinhalb Jahren hier nach Rohr zugezogen und bin von der Dorfgemeinschaft sehr freundlich aufgenommen worden, wofür ich mich bei allen Gemeindebewohnern recht herzlich bedanken möchte. Soziale Kontakte sind ganz wichtig und für mich überwiegen die Vorteile einer funktionierenden Dorfgemeinschaft auf jeden Fall. Also ich sehe nur Vorteile darin, dass am Land jeder jeden kennt.

BVZ: Was haben Sie in der Gemeinde geleistet?

Maria ERNST,feiert am 12. November den 99. Geburtstag,Pensionistin, ehemalige Gärtnerin,30 Jahre Totengräberin in der Gemeinde
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Maria Ernst: Ich war über 30 Jahre lang Totengräberin und hab auch die Friedhofspflege gemacht und mich um das alte Rüsthaus gekümmert. Außerdem habe ich jahrzehntelang, dreimal am Tag die Kirchenglocken geläutet. Mein ganzes Leben habe ich immer sehr viel gearbeitet, den Nachbarn geholfen, mich um die Kühe in den „Bergen“ gekümmert, das Futter schwer getragen. Jetzt bin ich die Älteste in der Gemeinde.

BVZ: Was hat sich in den letzten Jahren verändert?

Ernst: Mir gefällt es, dass in Rohr viel gebaut wird – ich beobachte, fast alles vom Fenster aus. So bleiben die jungen Leute im Dorf. Ich habe Zeiten erlebt, wo alle ausgewandert sind, weil es zuhause schwer wurde. Jetzt finde ich es sehr schön, wenn die Menschen zuhause bleiben können. Außerdem finde ich es schön, dass die Gemeinde dahinter ist und sich um die junge Generation kümmert und auch aufs Vereinsleben schaut. Die Straßen werden saniert, Gehsteige werden errichtet, man schaut drauf, dass unser Dorf lebenswert bleibt.

BVZ: Was wünschen Sie sich für Rohr?

Ernst: Ich habe den Krieg erlebt und die schlechte Zeit danach. Das war sehr schlimm in dieser Zeit, aber jetzt geht es den Menschen gut und es fehlt uns an Nichts. Ich wünsche mir, dass das so bleibt. Es soll Frieden herrschen und Zusammenhalt unter den Menschen.

zVg