Nächste Projektphase in Güssing

Das Umwidmungsverfahren der 120 Hektar Grundfläche in Photovoltaik-Freifläche ist seitens des Landes abgeschlossen.

Erstellt am 23. Dezember 2021 | 05:43
Lesezeit: 2 Min
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Auf dieser Fläche werden voraussichtlich die Sonnenkollektoren aufgestellt. Südseitig läuft der Radweg „Apfelallee“.
Foto: Gemeinde

Das Land Burgenland bestätigte, dass die aufsichtsbehördliche Genehmigung der Flächenwidmungsplanänderung noch im Dezember erfolgen wird; die 120 Hektar neben dem Urbersdorfer Stausee sind somit offiziell Photovoltaik-Freiflächen.

Die Flächen wurden bereits zuvor als Eignungszone in Betracht gezogen; derzeit werden nämlich im gesamten Burgenland Flächen geprüft (Zonierung) und anhand dieser Photovoltaikzonierung als möglicher Standort für Anlagen herangezogen. Bürgermeister Vinzenz Knor informiert darüber, dass das Projekt nun von den Betreibern, der Energie Burgenland, eingereicht werden müsse. „Den Zeitrahmen weiß ich nicht. Das Ganze wird auch mit dem Umspannwerk zusammenhängen, wann dieses fertig wird“, erklärt Knor. Zuletzt kaufte die Energie Burgenland hinter ihrem Umspannwerk in Güssing ein Grundstück an, um das Werk vergrößern zu können.

Energie Burgenland erweitert Umspannwerk

Wie Pressesprecher Gerhard Altmann vom Netz Burgenland (Energie Burgenland Gruppe) erklärt, wird nächstes Jahr das Bauvorhaben beim Umspannwerk gestartet: „Wir machen einen Ersatzneubau des bestehenden Umspannwerks Güssing mit einer Verdopplung der Anschlussleistung zur Erhöhung der Versorgungssicherheit und Einspeisung geplanter Photovoltaik-Projekte. Der Zeitraum für die Umsetzung des Bauvorhabens sind die Jahre 2022 bis 2025. Wir bauen auf einem neu erworbenen Betriebsgrundstück, angrenzend an den derzeitigen Standort des Umspannwerkes Güssing.“

Genauere Parameter des Photovoltaik-Projekts

Der nördliche Teil ist weitgehend uneinsichtig. Im südlichen Bereich, wo auch der Radweg „Apfelallee“ verläuft und das Gelände gut einsehbar ist, soll auf Wunsch der Gemeinde ein Schaupark entstehen. So wird das Vorhaben mit einem Mehrwert für Bildungs- und Informationszwecke in das Tourismusgebiet eingebunden.

Zwar wurde die Fläche intensiv landwirtschaftlich genutzt, doch dem positiven Abschluss des Widmungsverfahrens wurden seitens der Instanzen wie Umweltverträglichkeit und Landschaftsschutz genügend Bedingungen auferlegt. Als Ersatz und biodiversitätsfördernde Maßnahme müssen standortgemäße Wiesenflächen angelegt werden und auf Wildwechsel, wiesenbrütende Vögel und dergleichen Rücksicht genommen werden. Das Grundstück darf auch nicht eingezäunt werden und muss durch landwirtschaftliche Maßnahmen die Sichtwirkung abschwächen, um die wichtigsten Punkte zu nennen.

Nicht alle sind begeistert

Vizebürgermeister Alois Mondschein kann sich mit dem Projekt nach wie vor nicht anfreunden: „Mir soll niemand erzählen, dass es hier um die Energiewende geht. Da geht’s ums Geld verdienen. Es geht darum, den Strom zu verkaufen. Die Radfahrer werden davon erschlagen und wir zerstören unseren sanften Tourismus damit. Von Glasing und der Burg aus sieht man das alles.“