Der Zauber der Krippe. In zahlreichen Stunden entstehen mit viel Liebe zum Detail besondere Werke für die Ewigkeit, die in der Weihnachtszeit in jedem Haus unentbehrlich sind.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 23. November 2018 (04:26)
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Krippenbaumeister Georg Renner mit einer kleinen Auswahl der verschiednen Krippen, die er und seine Frau Helma gebaut haben.
DMF

Die Werkstatt ist wie leergefegt. Dass bis vor kurzem hier geschäftiges Treiben herrschte, kann man sich fast nicht vorstellen. Lediglich zwei Krippen stehen noch im Raum, eine Laternenkrippe und eine Schwammkrippe. „Die Krippen sind schon alle unterwegs“, erzählt Georg Renner, Obmann der Krippenfreunde Pinkafeld Südburgenland. Die Ausstellungen stehen schon vor der Tür, am 24. und 25. November im Kulturhaus in Heiligenbrunn und am 1. und 2. Dezember im Kontaktzentrum in Oberwart. Dort können die beeindruckenden Werke, die seit Jänner im Vereinshaus in Pinkafeld oder in Luising entstanden sind, bewundert werden.

Mit Geschick und viel Geduld

„Jeder kann eine Krippe bauen. Mit Geduld, Ruhe und Freude im Herzen ist die Krippe schon fast fertig“, lacht Georg Renner, seines Zeichens Krippenbaumeister und Gründer der Krippenfreunde. Es ist der größte Verein seiner Art im Burgenland, er zählt stolze 145 Mitglieder. Tendenz steigend. Tatkräftig unterstützt wird er bei seiner Arbeit von zwei weiteren Krippenbaumeistern, Josef Reithofer und Lotte Grabner. Angefertigt werden die kunstvollen Objekte das ganze Jahr über. Der erste Kurs startet bereits im Feber. An zwei Tagen in der Woche wird gebaut, gesägt und gehämmert.

Im Sommer gibt es Wochenkurse, im Juli in Pinkafeld und im August in Luising. Im Durchschnitt werden 85 Stunden für den Bau einer Krippe benötigt, je nach ihrer Ausführung. Auch modernste Technik hat hier schon lange Einzug gehalten. So gibt es verschiedene Lichtquellen, die unterschiedliche Szenen in der Krippe beleuchten. Sie tauchen die Szenen in ein stimmungsvolles Ambiente, mit weißem Licht für einen zarten Akzent, oder mit blauem Licht für die perfekte Winterstimmung. Im Trend sind nicht nur die heimatlichen und orientalischen Krippen, seit zwei Jahren gibt es auch eine große Nachfrage nach Laternenkrippen. Davon wurden heuer über dreißig gebaut. Doch die Bandbreite reicht noch viel weiter: Es gibt Schwammkrippen, Schneekrippen, Wurzelkrippen und Passionskrippen. Wer einmal mit dem Krippenbau beginnt, hat oft mit einer nicht genug. Es herrscht ein hohes „Suchtpotential“.

Eine selbstgemachte Krippe für jedes Haus

Viele der Teilnehmer kommen immer wieder, es entstehen kunstvolle Objekte für Kinder, Nachbarn oder für Freunde. Damit das Gesamtwerk harmonisch ist, gibt es Weiterbildungskurse, die über den Verein angeboten werden. So wurden beispielsweise Hintergrundmalkurse, Bob-Ross-Schulungen, Intarsien- und Maisstrohfigurenkurse und noch einige mehr bereits abgehalten. Wer bei einem Krippenbaukurs dabei sein möchte, findet auf www. krippenfreundepisue.at. alle wichtigen Informationen, sowie vor Ort bei den Ausstellungen.