Probleme mit Mistel und Frostspanner. Die Mistelpopulation steigt von Jahr zu Jahr, ab einem gewissen Punkt des Befalls sind die Bäume nicht mehr zu retten.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 25. Oktober 2017 (05:45)
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Starker Mistelbefall. Oft besteht seitens der Waldbesitzer nur wenig Interesse, das Problem zu bekämpfen.
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Die Landwirtschaftskammer schlägt gleich zwei Mal Alarm: Zum einen steigt die Mistelpopulation vor allem in der Region Güssing stark an, zum anderen wird 2018 mit einem verstärkten Auftreten des „Kleinen Frostspanners“ gerechnet, der zu Ernteausfällen bei Obstbäumen führen kann.

„Im Sommer fallen die Misteln ja nicht auf“

„Das Mistelproblem ist eine langwieriges“, weiß Manfred Gsellman von der Landwirtschaftskammer. „Im Sommer, wenn alles grün ist, fällt die Mistel ja nicht auf, aber jetzt im Herbst sieht man deutlich die befallenen Bäume.“ Will man diese retten, muss die Mistel entfernt werden, sonst stirbt der Baum über kurz oder lang ab. „Ab einem gewissen Punkt ist es vorbei, aber die meisten Bäume sind zu retten“, weiß Gsellmann.

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Beleimungsmethoden gegen den Frostspanner: Fertige Leimrinde um den Stamm wickeln oder ein Abdeckbank mit Raupenleim bestreichen.
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Problematisch sei vor allem, dass viele Bäume quasi „niemandem“ gehören, sich die Mistel aber von Baum zu Baum weiter verbreite: „Wo viele Bäume befallen sind, sollte man etwas dagegen tun und zur Sicherheit professionelle Hilfe anfordern.“

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Anders verhält es sich beim „Kleinen Frostspanner“, einem Schmetterling, der seine Eier in Rindenritzen ablegt. Die Raupen können an den Wirtsbäumen erhebliche Schäden verursachen. Die Landwirtschaftskammer rechnet 2018 mit einem starken Auftreten und rät, den Stamm mit einem Abdeckband zu umwickeln und dieses dann mit Raupenleim zu bestreichen.