Unser Wald ist in Gefahr. Steigende Temperaturen und zunehmende Trockenheit erfordern Reaktion.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 01. März 2017 (12:02)
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Der Waldanteil im Burgenland an der Gesamtfläche beträgt rund 34 Prozent, der Großteil davon ist im Mittel- und Südburgenland zu finden. Damit hat der Wald auch eine große wirtschaftliche Bedeutung für die Region.

Beim Praxistag des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) wurde jetzt auf die Gefahren durch den Klimawandel hingewiesen. Waldökologe Michael Englisch präsentierte dabei seine Forschungsarbeit, die sich mit den Veränderungen durch den Klimawandel beschäftigen.

Mittel- und Südburgenland unter Druck

Das Ergebnis: Vor allem die Waldbestände im Mittel- und Südburgenland werden durch steigende Temperaturen und zunehmende Trockenheit unter Druck geraten, ein Baumartenwechsel hin zu resistenteren Sorten sei ratsam.

Aktuell gibt es im Südburgenland rund 19 Prozent Fichten, 18 Prozent Weisskiefer, 16 Prozent Eiche und neun Prozent Rotbuche. Kiefer und Eiche weisen generell eine höhere Toleranz gegenüber Trockenstress auf, negativer sind da schon die Auswirkungen auf Buche und besonders Fichte, die ja gerade in unserer Region als „Brotbaum“ für die Forstwirtschaft gilt.

„Jetzt setzen wir auf trockenresistente Sorten wie Lärche oder Eiche.“ Alexander Thuroczy

Die durch den Klimawandel bevorstehenden Herausforderungen sind natürlich auch der regionalen Forstwirtschaft bekannt. „Früher war alles auf Nadelholz, speziell auf die Fichte, ausgelegt“, sagt Förster Alexander Thuroczy, der bereits seit 32 Jahren bei der Forstverwaltung Draskovich beschäftigt ist – 2.300 Hektar im Bezirk Güssing gehören zu seinem „Hoheitsgebiet“.

„Jetzt setzen wir eher auf trockenresistente Sorten wie Lärche oder Eiche.“ Die Klimaextreme im Wald seien jedenfalls für ihn als Förster schon auffällig: „Früher gab es alle paar Jahre mal Probleme, jetzt ständig. Mir fällt auf, dass zum Beispiel die Echte Walnuss, die ja die Wärme liebt, immer häufiger wird.“

Aber auch, wenn der Wald in 100 Jahren vielleicht anders aussehen werde als heute, ist Thuroczy überzeugt, dass „es dann noch immer genug Wald bei uns geben wird“.