Karawane hilft Kindern

Ein Zeichen der Menschlichkeit setzt Pascal Violo mit seinem gemeinnützigen Verein, der Waisenkindern in Flüchtlingslagern ein würdigeres Leben ermöglichen will.

Erstellt am 30. April 2021 | 20:26
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Pascal Violo war im vergangenen Jahr schon zweimal im Flüchtlingslager in Moria und hat die Spenden direkt an die Menschen verteilt.
Foto: Violo, Violo

Eigentlich wollte der Reisefotograf Pascal Violo im September 2020 nach Kanada aufbrechen, um dort den „Goldenen Herbst“ einzufangen. Stattdessen fuhr er mit einem Hilfskonvoi von Güssing nach Moria, um das Elend in den Flüchtlingslagern ein bisschen zu mildern.

Hilfe direkt vor Ort für die Menschen

Passiv zu Hause warten, dass sich etwas ändert, das ist nicht die Art von Pascal Violo. Durch die Covid-19-Krise konnte er seiner eigentlichen Arbeit als Reisefotograf zwar nicht mehr nachgehen, hat aber schnell eine neue Aufgabe für sich entdeckt: er gründete im Herbst 2020 die „Karawane der Menschlichkeit“, die seither in Flüchtlingslager nach Griechenland, Bosnien und Italien gefahren ist und vor Ort die Spenden verteilt und geholfen hat.

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Hunderte Waisenkinder leben in der Osttürkei unter widrigen Bedingungen. Kleidung, Essen, Lernutensilien - alles wird dringend gebraucht. Das Projekt soll Hoffnung und Zukunft den Kindern ermöglichen.
Violo

„Ich kann nicht tatenlos zusehen, wie Kinder und Familien im ehemaligen Lager in Moria dahin vegetieren müssen. Trauer und Wut machten sich in mir breit und brachten mich schließlich zur Entscheidung, diesen Menschen zu helfen“, erzählt Pascal Violo über seine Motivation. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet und verschiedene Sammelstellen für die Sachspenden festgelegt. Seither hat weder das Engagement der „Karawane“, noch die Hilfsbereitschaft der Menschen abgenommen. Aus dem Projekt eines Einzelnen entstand ein gemeinnütziger Verein, der mit vielen Freiwilligen Hilfe für geflüchtete Menschen in Not bietet.

Aktuelle Sammlung für Waisenkinder

Die nächste Reise führt Pascal Violo mit „seiner Karawane“ in die Osttürkei. Dort leben Waisenkinder aus Syrien unter widrigsten Umständen. „Unzählige Kinder haben ihre Eltern und Familien in den grauenhaften Kriegen der letzten Jahre in Syrien verloren und stehen wortwörtlich vor den Trümmern ihrer Zukunft“, schildert Pascal Violo die Situation. „Ismail Hebat, der Gründer des `Projekts der Hoffnung´, hat daraufhin begonnen, Waisenhäuser in Adana/Türkei und in Idlib/Syrien aufzubauen, um den Kindern so Geborgenheit, Hoffnung und ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Die Situation ist nicht leicht, es fehlt an vielem: Kleidung, Lebensmittel, medizinische Versorgung, usw. Außerdem möchte Ismail diesen Kindern eine gesicherte Schulbildung ermöglichen, denn nur so haben sie auch langfristig Chancen auf eine erfüllte Zukunft.“

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Pascal Violo fährt selbst in die Flüchtlingslager, um zu helfen.
Violo

Die Karawane der Menschlichkeit möchte wieder vor Ort helfen und hat deshalb einen Spendenaufruf gestartet. Bis 2. Mai werden Sachspenden gesammelt, die dann mit einem LKW in das Waisenlager transportiert werden. Pascal Violo und sein Team werden sich Mitte Mai auf den Weg in die Osttürkei machen, und die Hilfsgüter wieder persönlich vor Ort. Außerdem wird die Karawane mehrere Wochen in den Waisenhäusern mitanpacken.

Auch Geldspenden werden dafür benötigt. Für Pascal Violo, der selbst Vater von vier Kindern ist, ist diese Spendenaktion ein besonderes Herzensanliegen: „Insgesamt beherbergt das Projekt derzeit zirka 200 Waisenkinder. Auf der Straße und in vergessenen Flüchtlingslagern an der Grenze zu Syrien leben noch weitere hunderte Kinder, die auf sich allein gestellt sind. Die meisten von ihnen stammen aus Aleppo, das früher auch ‚Paris des Nahen Ostens‘ genannt wurde, jetzt aber leider in Schutt und Asche liegt.“

Durch die Karawane der Menschlichkeit möchte er diesen Kindern schnell und unbürokratisch helfen und auch allen, die sich daran beteiligen möchten, die Möglichkeit zu direkter Hilfe geben. „Auf diese Weise kann jeder aktiv dazu beitragen die Not der Kriegswaisen zu mindern und ihnen ein Stückchen Hoffnung schenken. Jeder noch so kleine Beitrag zählt und schafft Zukunft für diese Kinder“, hofft Pascal Violo auch diesmal auf eine große Spendenbereitschaft.