Stegersbacher Peter singt schöner als die Nachtigall. Seit über 500 Jahren füllen die Wiener Sängerknaben Konzertsäle von Wien bis Australien. Peter ist seit zwei Jahren ein Teil dieses weltberühmten Knabenchores.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 25. April 2019 (05:58)
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Das jüngste Familienmitglied ist vom Reisefieber gepackt: Mit seiner glockenhellen Stimme verzaubert Peter die Menschen auf der ganzen Welt, wenn er mit den Wiener Sängerknaben die Bühnen erobert.

Es ist ein sonniger, unbeschwerter Ferientag im Südburgenland. Peter verbringt ihn mit seiner Familie, was für viele selbstverständlich erscheint, für ihn aber eine große Ausnahme ist. Denn der Elfjährige ist ein Teil des weltberühmten österreichischen Kulturaushängeschilds, den Wiener Sängerknaben.

„Ich bin im Mozert-Chor“, erklärt der freundliche Stegersbacher stolz. Denn die Sängerknaben sind in vier Chöre aufgeteilt, alle nach den berühmten österreichischen Komponisten benannt. Zwei der Chöre sind immer auf Tournee, zwei sind in dieser Zeit in der Schule. Aproppos Schule: Die befindet sich im Wiener Augarten, in der Peter die erste Klasse des Gymnasiums besucht. Doch wie ist er dorthin gekommen? „Es war eigentlich ein Zufall“, erzählt die Mutter des jungen Gesangstalentes. Peter war in der dritten Klasse der Volksschule und versah regelmäßig Ministrantendienst in der Kirche. Als eines Tages ein Pfarrer zur Vertretung da war, hörte der, wie Peter sang. Er war von seiner Stimme so fasziniert, dass er nach der Messe sagte: „Du musst zu den Wiener Sängerknaben gehen.“

 Das Leben auf den Kopf gestellt

 Der Schüler kannte die Sängerknaben nicht und machte sich mit seinen Eltern zusammen im Internet auf die Suche nach dem berühmten Chor. Und er war sofort fasziniert. Als Osterüberraschung gab es dann Karten für ein Konzert in Jennersdorf, ein Geschenk, das die ganze Familie in ihren Bann zog. Dort tauschte man Telefonnummern mit anderen Eltern aus und schon ein paar Tage später kam der Anruf von Wien, Peter möge zur Aufnahmeprüfung kommen. Diese bestand er mit Bravour, und schon kurz darauf erhielt er den Brief mit der Aufnahmebestätigung.

Seither hat sich das Leben des jungen Südburgenländers und seiner ganzen Familie geändert. Peter ist die ganze Woche in Wien, und kommt auch nicht jedes Wochenende nach Hause. „Wir singen am Sonntag die Messe in der Hofburgkapelle“, plaudert er über seinen ungewöhnlichen Tagesablauf.

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Das junge Ausnahmetalent liebt das Singen und das Reisen, aber später möcht er gerne Wissenschafter oder Erfinder werden.

Und auch die Ferien sind nicht gleich mit denen der burgenländischen Schulen. Da die Wiener Sängerknaben viel unterwegs sind, ist das Schulkonzept den Auftritten angepasst worden.

Auch Peter hat schon einiges von der Welt gesehen: Im Herbst des vergangenen Jahres ging es für ihn sieben Wochen nach China. Auf die Frage, ob er da nicht Heimweh hatte, meint der Elfjährige ganz entspannt: „Eigentlich nicht, wenn jemand Heimweh hat, trösten wir uns gegenseitig. Das kommt aber gar nicht so oft vor.“ Denn Abwechslung haben die jungen Männer auf ihren Reisen genug: Neben den Auftritten, bei denen sie immer „Standing Ovations“ bekommen, gibt es auch genug Freizeitaktivitäten. So wurden in China unter anderem das Disney-Land und das Hard-Rock-Café besucht. Der junge Stegersbacher freut sich schon sehr auf den kommenden September, denn da führt ihn die nächste Tournee nach Amerika.