Warten auf Brief aus Wien. ÖVP forderte im Gemeinderat Arbeitsgruppe zur Volksschulfrage, SPÖ verwies auf ausstehende Antworten des Ministeriums.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 22. März 2017 (05:41)
Diskussion. Die Stadtgemeinde favorisiert derzeit einen Neubau der Volksschule. Laut Bürgermeister Vinzenz Knor (SPÖ) auch deshalb, weil mittelfristig einige Volksschulen der Umgebung um ihren Bestand zittern müssen.
BVZ, Archiv

Eines der nächsten Großprojekte der Stadtgemeinde wird die Zukunft der Volksschule sein. Das Gebäude ist in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig, die ÖVP forderte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, die sich mit dieser Frage beschäftigen soll. Auf Antrag der SPÖ wurde die Einrichtung der Arbeitsgruppe aber vertragt, weil noch auf eine Antwort des Bildungsministeriums gewartet wird.

„Das ist der beste Platz, weil alle Schulen an einem Platz konzentriert wären"

Im Gespräch mit der BVZ spricht sich Bürgermeister Vinzenz Knor (SPÖ) für einen Neubau aus – dieser soll auf der Grünfläche zwischen der Neuen Mittelschule und dem Gymnasium realisiert werden: „Das ist der beste Platz, weil alle Schulen an einem Platz konzentriert wären. Der Vorteil wäre, dass wir Synergien nutzen können.“ Dazu braucht es aber die Zustimmung des Ministeriums, weil der Platz derzeit als Sportgelände genutzt wird.

Positive Signale aus Wien

Aus Wien kommen auf Anfrage der BVZ positive Signale: „Der Landesschulrat hat kürzlich den Vertragsentwurf vorgelegt, dieser wird in den kommenden Wochen im Detail geprüft. Passt alles, spricht nichts gegen das gewünschte Vorgehen, es ist wünschenswert, dass eine noch engere Kooperation zwischen den Schultypen in Güssing entsteht“, sagt Pressesprecherin Kathrin Liener.

Seitens der ÖVP hätte man sich im Vorfeld eine breitere Diskussion gewünscht, sagt Stadtrat Michael Hoffmann: „Bei einem Neubau am geplanten Standort würden wir die letzte Grünfläche zwischen Gymnasium und Hauptschule aufgeben. Wir wollten diese Arbeitsgruppe, um über mehrere Varianten nachzudenken. Aus Kostengründen ist für mich ein kompletter Neubau nicht sinnvoll, schließlich gibt es bereits ein Konzept, das einen Zubau bei der Neuen Mittelschule vorsieht.“ Laut Beschluss in der Gemeinderatssitzung soll die Arbeitsgruppe zur Zukunft der Volksschule, bestehend aus dem Stadtrat, erst dann gebildet werden, wenn die Antwort des Ministeriums eingelangt ist.

ÖVP stimmt Abschluss für 2016 nicht zu

Abgesehen von diesem Punkt verlief die Gemeinderatssitzung relativ ruhig, der Rechnungsabschluss weist einen Überschuss von 286.000 Euro auf. Keine Zustimmung dafür gab es seitens der ÖVP, was die SPÖ verwunderte: „Im Vorjahr gab es noch Zustimmung und jetzt nicht mehr, obwohl wir besser gewirtschaftet haben als 2015.“