Güssing: „Karawane der Menschlichkeit“ zog nach Italien

Pascal Violo fuhr im Oktober in das Flüchtlingslager nach Moria, nun half er mit seinem Team dem Projekt Casa Sankara.

Dorothea  Müllner-Frühwirth
Dorothea Müllner-Frühwirth Erstellt am 31. Dezember 2020 | 04:24
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Pascal Violo und Jerome Casanova brachten Hilfsgüter und Geldspenden, um die Menschen und das Projekt zu unterstützen.
Foto: Pascal Violo

Im September 2020 gründete der Reisefotograf Pascal Violo die „Karawane der Menschlichkeit“, weil er das Leid, das er jeden Tag über die Medien in den Flüchtlingslagern in Griechenland sah, nicht einfach hinnehmen wollte.

Viele Menschen schlossen sich seiner Aktion an und spendeten Hilfsgüter, Geld und einige fuhren sogar mit nach Griechenland. Nun hat Pascal Violo ein weiteres Projekt unterstützt: „Dieses Mal ging es in den Süden Italiens zu einem Vorzeigeprojekt für geflüchtete Menschen aus Afrika. Die Karawane hat den Menschen vor Ort 200 Bananenkisten Winterkleidung und 5.129, Euro Geldspenden für ihr wunderbares Projekt übergeben“, erzählt Pascal Violo nach seiner Rückkehr. „Aber die HelferInnen aus dem Burgenland haben nicht nur etwas gebracht, sie haben noch viel mehr mitgenommen aus Italien. Nämlich eine große Portion Herzenswärme und die schöne Erkenntnis, dass gute Projekte ganze Regionen positiv beeinflussen können.“

Ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen

Die Initiative „Casa Sankara Ghetto Out“ ist ein Projekt, das sich gemeinsam mit lokalen italienischen NGOs für eine Entsklavung afrikanischer MigrantInnen einsetzt. „Die Mafia beutet hier vor allem geflüchtete Menschen auf den Feldern unter sklavenähnlichen Bedingungen aus. Das Ziel ist, die Menschen aus den entstandenen Ghettos zu befreien und ihnen wieder ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“, erklärt der engagierte Reisefotograf.

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Hilfe zur Selbsthilfe. In Casa Sankara wird den Menschen wieder ermöglicht, selbstständig für ihr Leben zu sorgen.
Pascal Violo

„Derzeit leben etwa 500 Personen in einem selbst erbautem Eco Village und gemeinsam bewirtschaften sie eine knapp 20 Hektar große Landwirtschaft. Ich bin betroffen, dass es in unserem Nachbarland solche Missstände gibt, die an Sklaverei erinnern. Aber es beruhigt mich, wenn ich direkt vor Ort erlebe, dass es konkrete Ideen gibt, um die Situation zu verändern.

Informationen und Spendenmöglichkeit

Mehr Infos zur Karawane der Menschlichkeit: www.facebook.com/karawanedermensc, hlichkeit, Spendenkonto: Karawane der Menschlichkeit, Raiffeisenbank Güssing, IBAN: AT14 3302 7000 0002 3408, BIC: RLBBAT2E027.