Des Giglers bunte Bilder

Erstellt am 21. Januar 2022 | 06:24
Lesezeit: 3 Min
Seit 25 Jahren widmet sich der Künstler Eduard Gigler aus St. Michael seinen Leidenschaften. Der einen im Sommer, der anderen im Winter.
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An gefühlt jeder Wand seines Hauses hängen ein oder mehrere farbenprächtige Bilder. Mal sind es abstrakte, grelle und doch stimmige Formationen oder liebe, zarte Aquarelle. Noch bevor man das künstlerische Domizil betritt, wird einem stolz die erste Skulptur im Vorgarten präsentiert. Sein umfangreiches Oeuvre hat er Bild für Bild fotografiert und in einem Fotoalbum gesammelt, vier Bilder pro Doppelseite. Besagtes Album ist dick und schwer; nicht verwunderlich. In 25 Jahren kommt halt einiges zamm‘.

Doch lassen wir Eduard Gigler, den nach Michö eingeheirateten Künstler, selbst zu Wort kommen. „Angefangen hat alles mit der Aquarellmalerei. Ich hab schon immer gern gemalt und eines Tages einfach hobbymäßig damit angefangen. Am Anfang habe ich schon ein paar Kurse für die Aquarelltechnik besucht, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Das ist nämlich ganz anders, da malt das Wasser. Seit 2004 arbeite ich mit Acrylfarbe, da kann man einfach drübermalen. Es ist ja so, dass man sich nicht traut! Man fürchtet sich und es ist die Angst da, dass das Bild nix wird. Aber ich bin ein Emotionsmaler; ich fange irgendwo an und schau dann, was dazu passt. Das Bild entsteht einfach“, meint der passionierte Maler. Wer sich jetzt vielleicht wundert, weil er all die Jahre nichts von diesem südburgenländischen Künstler gehört hat – er bezeichnet sich selbst als Hintergrundkünstler. „Ich hab‘ nie wirklich Ausstellungen gemacht; die können an einer Hand abgezählt werden.

Meine erste Ausstellung war vor etwa 15 Jahren im Turnsaal der Volksschule Heiligenkreuz. Viele meiner Bilder habe ich trotzdem verkauft.“ Allein vor Corona im Jahr 2019 waren es 16 an der Zahl. Ohne Ausstellung. Der Herr Gigler hatte ein Ass im Ärmel – und seinen dicken Bildband mit seinen Werken als Versicherungsvertreter überall mit dabei. Geheimnis gelüftet.

Neben der Malerei hegt er eine zweite, große Leidenschaft: Motorradfahren. Und diese zwei Hobbys teilt er sich aufs Jahr gesehen gut ein. Im Sommer ist er mit dem Motorrad und den Kollegen vom MSCO (Motorradclub Oberwart) unterwegs; im Winter ist er im Atelier zu finden. Bei seinem ersten Motorradcrash haben seine Hobbys zusammengefunden; den Unfall hat er auf seine Art verarbeitet. „Teile der Motorradverkleidung sind da drauf, das lange Metallstück hatte ich im Fuß, das kurze in der Ecke links unten war im Knöchel. Das musste ich einfach in einem Bild festhalten!“

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