Wildfleischverkauf: Jäger dürfen jetzt vermarkten. Reh- und Schwarzwild dürfen wieder geschossen werden, aber geschlossene Gasthäuser stellen den Wildverkauf vor Probleme. Jetzt dürfen Jäger selbst vermarkten.

Von David Marousek. Erstellt am 16. April 2020 (05:59)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Wildbret-Projektleiter Roman Bunyai hat federführend am Konzept mitgearbeitet
BVZ

Auch an der traditionellen Jagd geht Corona nicht vorbei. Während die Ausübung der Jagd an sich erlaubt ist, gibt es aber auch hier Einschränkungen. Für Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt wohnen, ist sowohl das gemeinsame Ansitzen, als auch die Fahrt zum Ansitz verboten. Auch Versammlungen und Stammtische müssen aussetzen. Für die Bezirksjägermeister ist der Informationsfluss dennoch gegeben.

„Alle Informationen gehen an die Jagdleiter“, erklärt Jennersdorfs Bezirksjägermeister Reinhard Knaus. Auch Güssings Jägermeisterin Charlotte Klement bestätigt das: „Wir geben Newsletter aus. Die Abschusspläne werden über Mail & Whatsapp weitergeleitet, da kommen natürlich auch immer wieder Fragen zurück. Die älteren Jäger werden von den Jüngeren informiert.“ Auch die Digitalisierung hat Einzug in die Welt der Jagd genommen. Auf der eigenen Plattform „Jagd Online“ werden die Abschüsse eingegeben und bei der Administration helfen. „Es war natürlich etwas Skepsis da, aber im Nachhinein sind wir alle froh und das System ist eine wesentliche Erleichterung“, fasst Knaus zusammen.

Neue Wege beim Verkauf von Wildfleisch

Schwer trifft es auch die Wildbrethändler, denn der Markt kommt durch geschlossene Gaststätten praktisch zum Erliegen. Da es dennoch Abschussquoten gibt, ließ sich der Jagdverband etwas einfallen, damit das Fleisch dennoch verwertet werden kann. „Der Jagdverband hat dafür gesorgt, dass das Wild abgeholt wird und dann vakuumverpackt zurückkommt und Jäger es in der Direktvermarktung verkaufen können.

Der Wildstand muss ja dennoch reguliert werden und der Abschussplan erfüllt werden“, erklärt Klement. Als Privatperson kommt man nun also direkt über den örtlichen Jäger an das Fleisch. Das hat für Knaus etwas sehr Positives: „Die Bevölkerung kommt mit den örtlichen Jägern wieder in Kontakt. Der Konsument weiß dann, wo das Fleisch herkommt. Es geht zurück zu den Wurzeln, man muss sich einfach beim heimischen Jäger melden.“

Das freut auch Oberwarts Bezirksjägermeister Klaus Gmeiner: „Es ist wirklich eine gute Alternative für uns. Man muss sich als Jäger halt erst einen Kundenstock aufbauen und selbst auf die Bevölkerung zugehen.“ Stolz ist auch der Wildbret-Projektleiter Roman Bunyai aus Schandorf: „Wir haben das Konzept innerhalb von nur zehn Tagen ausgearbeitet. Das Fleisch, das jetzt erlegt wird, soll ja verwertet werden können. Deshalb haben wir einen Fleischabholservice eingerichtet.“

Je nach Anfrage wird bis zu drei Mal die Woche das Wildfleisch abgeholt und küchenfertig zubereitet. Angedacht ist, dass in Zukunft in jedem Bezirk ein zertifizierter Betrieb das Fleisch für Jäger aufbereitet. Für Jäger ist in solchen Dingen ab sofort das „Wildbrettelefon“ zuständig. Erreichbar unter 0664/ 99010504 oder unter wildbret@bljv.at.