Impfen: Süden ist ganz vorne dabei

Die Bereitschaft zur Covid-Impfung ist in Mühlgraben und Kleinmürbisch am höchsten.

Erstellt am 08. August 2021 | 05:10
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Vorn an der Sp(r)itze. Die Bezirke Güssing und Jennersdorf sind burgenlandweit im Spitzenfeld der Impfwilligen. 
Foto: Shutterstock/

seitens der Gemeinde viel informiert und unterstützt, aber wir haben keinen Hausarzt im Ort, der, wo man sich auch immer trifft, Aufklärungsarbeit ganz nebenbei leisten kann“, meint Wörterbergs Ortschef Kurt Wagner. Aber, so Wagner, „es kann auch ein Grund sein, dass es bei uns nicht ganz so viele schwere Covid-Kranke gab und da für viele der persönliche Bezug zur Krankheit fehlt.“

Leise Kritik äußert Wagner aber auch am Plan des Landes die Impfung ohne Anmeldung in Gemeinden, die eine niedrige Impfrate haben, zu forcieren. „Unsere Bürger können jetzt für eine Impfung ohne Anmeldung nach Kukmirn fahren. Das wird uns auch nicht weiter nach vorne bringen, weil es einfach zu umständlich ist“, so Wagner.

Im Bezirk Jennersdorf ist Minihof Liebau das Schlusslicht. Die Erklärung für den letzten Platz ist, geht es nach Ortschef Helmut Sampt, ganz einfach: „Wir hatten im Frühjahr viele Covid-Infizierte, die noch eine große Anzahl von Antikörpern haben und darum mit der Impfung noch warten wollen.“

BEZIRKE Auf Länderebene liegt das Burgenland bei der Durchimpfungsrate deutlich vorne. Mehr als sechs von zehn Einwohnern sind hier zumindest einmal geimpft (67,2 Prozent), knapp 60 Prozent der Bevölkerung ist voll immunisiert. Im Bezirksvergleich liegt der Bezirk Oberpullendorf (70,32 Teilgeimpfte) ganz vorne, der Bezirk Mattersburg (65,68 Teilgeimpfte) ganz hinten. Gleich hinter dem Spitzenreiter aus dem Mittelburgenland sind dann schon die beiden südlichsten Bezirke zu finden. Im Bezirk Jennersdorf blickt man auf eine stolze Teilimpfungsrate von 68,97 Prozent (Stand: 1. August), im Bezirk Güssing steht man bei 67,81 Prozent.

Aber auch innerhalb der Bezirke schwanken die Impfraten deutlich. Mit einem österreichweiten Spitzenwert kann Kleinmürbisch aufwarten. Fast 82 Prozent oder 187 Personen der 229-Seelen-Gemeinde sind zumindest ein Mal gegen das Corona-Virus geimpft. Warum das so ist? Bürgermeister Martin Frühwirth hat die Antwort: „Wir hatten im Spätherbst sehr viele Corona-Fälle im Ort. Die Leute haben da schlichtweg Angst bekommen und sich Gedanken gemacht. Es war so ein Wachrütteln“, meint der Ortschef, der aber noch andere Gründe für die hohe Impfbereitschaft seiner Bevölkerung parat hat. „Wir haben auch seitens der Gemeinde aktiv mitgeholfen, die Leute zur Impfung zu bringen. Die ältere Bevölkerung wurde hier beim Anmelden unterstützt und auch unser Hausarzt hat viele aufklärende Gespräche mit der Bevölkerung geführt“, so Frühwirth.

Im Bezirk Jennersdorf ist die Gemeinde Mühlgraben absoluter Spitzenreiter, 72,58 Prozent haben zumindest eine Teilimpfung erhalten. Bürgermeister Fabio Halb dazu: „Bei uns war zuvor auch die Testbereitschaft enorm. Die Bürger wollen ihr ‚normales‘ Leben zurück und da ist man bereit, die Maßnahmen mitzutragen. Da gehört nun auch einmal die Impfung dazu. Außerdem hat man mit dem Gesundheitsnetzwerk Raabtal und Dr. Ernst Eicher viel Aufklärungsarbeit betrieben“, meint Halb.

Wörterberg und Minihof ganz hinten in Statistik

Und genau dieser Aspekt, des Hausarztes, der den Orten Kleinmürbisch und Mühlgraben Spitzenplätze eingebracht hat, ist in Wörterberg wohl der Grund, warum man sich in Sachen Impfbereitschaft weiter abmühen muss. Mit einer Teilimpfungsrate von 60,13 Prozent ist man im Bezirk Güssing nämlich das Schlusslicht im Ranking. „Ich kann mir sehr wohl gut vorstellen, dass es die fehlende Aufklärung ist. Wir haben zwar seitens der Gemeinde viel informiert und unterstützt, aber wir haben keinen Hausarzt im Ort, der, wo man sich auch immer trifft, Aufklärungsarbeit ganz nebenbei leisten kann“, meint Wörterbergs Ortschef Kurt Wagner. Aber, so Wagner, „es kann auch ein Grund sein, dass es bei uns nicht ganz so viele schwere Covid-Kranke gab und da für viele der persönliche Bezug zur Krankheit fehlt.“

Leise Kritik äußert Wagner aber auch am Plan des Landes die Impfung ohne Anmeldung in Gemeinden, die eine niedrige Impfrate haben, zu forcieren. „Unsere Bürger können jetzt für eine Impfung ohne Anmeldung nach Kukmirn fahren. Das wird uns auch nicht weiter nach vorne bringen, weil es einfach zu umständlich ist“, so Wagner.

Im Bezirk Jennersdorf ist Minihof Liebau das Schlusslicht. Die Erklärung für den letzten Platz ist, geht es nach Ortschef Helmut Sampt, ganz einfach: „Wir hatten im Frühjahr viele Covid-Infizierte, die noch eine große Anzahl von Antikörpern haben und darum mit der Impfung noch warten wollen.“

Impfstatistik Güssing
BVZ

Stand: 1. August 2021 Quelle: BMSGPK

Hinweis: Die aktuell verwendeten Impfstoffe sind erst ab 12 Jahren zugelassen. Trotzdem werden die Anteile der Geimpften an der Gesamtbevölkerung der jeweiligen Gebiete angezeigt.

Impfstatistik Jennersdorf
BVZ

Stand: 1. August 2021 Quelle: BMSGPK

Hinweis: Die aktuell verwendeten Impfstoffe sind erst ab 12 Jahren zugelassen. Trotzdem werden die Anteile der Geimpften an der Gesamtbevölkerung der jeweiligen Gebiete angezeigt.

Seitens der Gemeinde viel informiert und unterstützt, aber wir haben keinen Hausarzt im Ort, der, wo man sich auch immer trifft, Aufklärungsarbeit ganz nebenbei leisten kann“, meint Wörterbergs Ortschef Kurt Wagner. Aber, so Wagner, „es kann auch ein Grund sein, dass es bei uns nicht ganz so viele schwere Covid-Kranke gab und da für viele der persönliche Bezug zur Krankheit fehlt.“

Leise Kritik äußert Wagner aber auch am Plan des Landes die Impfung ohne Anmeldung in Gemeinden, die eine niedrige Impfrate haben, zu forcieren. „Unsere Bürger können jetzt für eine Impfung ohne Anmeldung nach Kukmirn fahren. Das wird uns auch nicht weiter nach vorne bringen, weil es einfach zu umständlich ist“, so Wagner.

Im Bezirk Jennersdorf ist Minihof Liebau das Schlusslicht. Die Erklärung für den letzten Platz ist, geht es nach Ortschef Helmut Sampt, ganz einfach: „Wir hatten im Frühjahr viele Covid-Infizierte, die noch eine große Anzahl von Antikörpern haben und darum mit der Impfung noch warten wollen.“