Handel vom vierten Lockdown eher betroffen

Den vierten Lockdown steckt die Gastronomie gut weg, Leidtragende sind der Handel und andere Dienstleister.

Erstellt am 26. November 2021 | 05:23
Handel Geschlossen Geschäft Shop Corona-Krise Symbolbild
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Foto: Shutterstock.com/Marc Bode

Seit Montag ist Österreich im vierten Lockdown seit Beginn der Coronakrise. Die Anordnungen sind altbekannt. Die Gastronomie muss bis voraussichtlich 12. Dezember schließen, gleiches gilt für Handel, körpernahe Dienstleistungen, Freizeit- und Kultureinrichtungen. Ausgenommen ist die Grundversorgung. Trotzdem ist es wichtig, optimistisch zu bleiben – das vermittelt auch Andreas Rührlechner vom Kunsthauscafe.

„Durch den Lockdown muss ich nicht mehr so früh anfangen und kann mit dem Rad nach Stegersbach fahren! Und wir sind ja eh schon geübt. Jammern hilft nichts. Speisenabholung geht super, heuer haben wir nach dem Lockdown weitergemacht damit und kochen jetzt sogar sieben Tage die Woche. Mit sehr viel Optimismus öffnet die Gastro vielleicht am 20. Dezember wieder.“

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Kastellchef Mark Peischl sieht die Situation auch gelassen: „Wir haben zwar nicht damit gerechnet, aber beim mittlerweile 4. Mal nimmt man es gelassen. Sicher ist es schrecklich, weil jetzt die stärkste Zeit im Jahr für uns wäre; aber jetzt haben wir erst einmal eine Woche to-go, dann den vorverlegten Betriebsurlaub. Von den Weihnachtsfeiern wird nicht viel zu retten sein.“

Für den Handel ist die Situation schlimmer

Was die Gastro eher gelassen sieht – da gegebene Möglichkeiten wie Liefern/Abholen – ist im Handel natürlich wieder eine andere Geschichte. Peter Hofer, Geschäftsführer der Gloriette Stegersbach, findet vieles nicht nachvollziehbar: „Warum man den Handel zusperrt, versteh ich nicht. Maskenpflicht wäre völlig ok gewesen und das Risiko einer Ansteckung ist gleich hoch wie im Lebensmittelgeschäft. Man hat alles verschlafen und sperrt dann einfach wieder zu. Wir haben die Ware für Winter und Weihnachten eingekauft, alles dementsprechend hergerichtet für die Kunden, und wieder ist zu. Die gesamte Textilbranche leidet enorm. Die Gloriette wird das durchstehen, aber schlimm ist es trotzdem. Ich kenne keinen, der mit null Euro Umsatz zufrieden ist.“

Auch Gertraud Pomper-Kaisers Aktionsradius mit ihrem Geschäft ‚Moden Kaiser’ ist begrenzt: „Ich bin telefonisch immer erreichbar und versuche mein Bestes, aber die Möglichkeiten sind begrenzt. Das Weihnachtsgeschäft wäre wichtig gewesen und ich hoffe, dass sich die Leute wieder aufs Regionale besinnen und nicht nur im Internet bestellen; davon leben wir nämlich alle.“