Keine Nachwuchssorgen bei den lokalen Imkern. Nachwuchssorgen bei den Imkern im bezirk Güssing gibt es nicht, aber die Biene ist in ihrer Existenz durch Änderungen in ihrem Lebensraum weiterhin deutlich gefährdet.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 08. Februar 2020 (03:45)
Auch Landtagspräsidentin Verena Dunst nahm an der Jahreshauptversammlung des Bienenzuchtvereins Stegersbach teil.
Büro Dunst

„Es gibt ein Zitat, das Einstein nachgesagt wird: `Stirbt die Biene, stirbt vier Jahre später der Mensch´“, bringt der Obmann vom Bienenzuchtverein Stegersbach-Umgebung, Oskar Gallop, die prekäre Lage auf den Punkt. Die 33 Mitglieder des Vereins arbeiten mit sehr großem Engagement daran, das Gleichgewicht in der Natur aufrecht zu erhalten. „Die Imker und Imkerinnen bemühen sich gerade in unserer Region sehr stark, um die Völkeranzahl und damit auch die Bestäubungsdichte sehr hoch zu halten. Die zahlreichen negativen Einflüsse auf die Bienen erfordern noch mehr Einsatz durch die Imker“, erläutert Oskar Gallop die herausfordernden Aufgaben.

Der Bienenzuchtverein möchte die Mitglieder bei ihrer Arbeit bestmöglich unterstützen. Seit 70 Jahren (2019 wurde das runde Jubiläum gefeiert) wird hier aktives Netzwerken betrieben. So gibt es beispielsweise acht Imkerstammtische im Jahr, bei denen sich die Imkerinnen und Imker austauschen und bei denen auch entsprechende Schulungen angeboten werden. Dabei ist der Vorstand fest in Frauenhand. Vier von sechs Vorstandsmitgliedern sind Frauen. Die Imkerei interessiert die Menschen auch quer durch alle Altersgruppen. Viele junge Menschen sind in den vergangenen Jahren zu dem Verein gekommen, die älteste Imkerin ist 75 Jahre alt und betreut noch mehr als zehn Bienenstöcke.

Herausforderungen und neue Aufgaben

Das Bienensterben, die Varroabekämpfung und der Rückgang der Pflanzendiversität, der insbesondere durch die Monokulturen verstärkt wird, stellen die Imker vor große Herausforderungen. Besonders die Varroa ist nach wie vor ein großes Problem: „Die Bienenstöcke würden ohne den Imker nicht mehr überleben können. Mehrmalige Behandlung im Laufe des Jahres und ständige Beobachtung sind unumgänglich“, führt Gallop aus. Wie sich die Umweltgifte explizit auf die Bienen auswirken ist wissenschaftlich noch nicht belegt. Doch die Mehrfachbelastungen von Varroa, Umweltgiften, Witterung und Trachtmangel hinterlassen bei den Völkern deutliche Spuren.

Der Bienenzuchtverein Stegersbach-Umgebung betreut auch den Bienenlehrpfad in Ollersdorf und veranstaltet in Kindergärten und Schulen entsprechende Informationsveranstaltungen. Auch Nachwuchs-Imker sind immer gern gesehen, hier gibt es aber einige Kriterien zu erfüllen: „Aufgrund der starken Nachfrage werden die Imker in unserem Verein ein Jahr lang bei ihrer Tätigkeit beobachtet (inkl. Schulungsnachweis) bevor sie beim Verein aufgenommen werden“, erklärt Gallop. Landtagspräsidentin Verena Dunst betonte bei der Jahreshauptversammlung am vergangenen Wochenende: „Die Bienen erbringen Leistungen, die für uns Menschen von außerordentlicher Bedeutung sind. Daher ist der Schutz der Bienen ein sehr wichtiges Thema. Der Bienenzuchtverein Stegersbach und Umgebung leistet hierfür einen überaus wichtigen Beitrag.“