Lockdown für Hotelier Johann Haberl inakzeptabel. Hotel Larimar-Inhaber Johann Haberl spricht sich vehement gegen Lockdown aus, er sieht seine Branche als vorbildlich.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 05. November 2020 (06:01)
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„Wir haben in Österreich rigorose Konzepte, alle machen mit“: Haberl hat kein Verständnis für die Hotelschließungen.
BVZ

Der Lockdown light, der seit Dienstag dieser Woche in Kraft getreten ist, trifft besonders wieder das Gastgewerbe und die Hotellerie.

Einige Hotel-Chefs bekunden jetzt offen ihren Unmut über die neue Verordnung. Auch Johann Haberl, Inhaber vom Hotel Larimar, hält mit seinem Ärger nicht mehr hinter dem Berg: „Mit dem erneuten Lockdown in der Hotellerie trifft es diejenigen, die nachweislich zur Eindämmung des Virus beigetragen haben, nicht zur Verbreitung“ zeigt sich Haberl verärgert. Wir hatten am Montag bereits berichtet:

Haberl ist der Ansicht, dass durch eine erneute Schließung der Hotellerie nichts anderes passiert, als dass man die Menschen noch mehr in die privaten Räume drängt und dort Treffen stattfinden werden – ohne Kontrolle, ohne Regeln und ohne Sperrstunde.

Kein einziges Problem seit Mai aufgetreten

Im Hotel Larimar hat es seit der Wiedereröffnung im Mai keinen einzigen Vorfall gegeben, bei dem eine Corona-Infektion aufgetreten oder weitergeben worden wäre.

„Wenn Schließungen erforderlich sind, dann nur selektiv dort, wo nachweislich eine hohe Infektionsquote vorliegt, aber nicht übergreifend den Österreichischen Hotel-Tourismus in eine Waagschale werfen“, fordert der Hotelier. „Man scheint in Zeiten wie diesen, vergessen zu haben, was es bedeutet, ein Hotel als Familie aufzubauen. Die ganze Arbeit von Generationen, das Herzblut, die Mühe und Anstrengung vieler Jahre kann durch solch‘ einen, als bundesweit notwendig erachteten, „Lockdown Light“ innerhalb kürzester Zeit zunichtegemacht werden.“

Problematisch sieht Haberl auch die Situation der Zulieferbetriebe: „Es geht auch um unsere 50 Lieferanten, die nun beispielsweise ihr Biogemüse vernichtet müssen, genauso wie Käse oder Milch. Da stecken Dramen dahinter!“