Renate Heller: Ein halbes Jahrhundert bei Sternsingern dabei

Renate Heller organisiert seit 50 Jahren die Sternsingeraktion in Stegersbach. Heuer ist sie zum letzten Mal im Einsatz.

Erstellt am 08. Januar 2022 | 06:28
Lesezeit: 2 Min
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Renate Heller mit ihren Sternsingern. „Ich werde mich nicht aus dem Staub machen und meine Kinder werden dem Team auch helfen“, versichert sie. Ihr Leitsatz: Es kommt nicht auf die Summe der Spende an, sondern auf die Bereitschaft die Herzen zu öffnen.
Foto: Carina Fenz

Im Jahr 1972 hat Dechant Domweber die Verantwortung der Sternsingeraktion an die damals knapp 14-jährige Renate Heller übertragen. Sie war es, der es mit den Stegersbacher Sternsingern über die Jahre gelang, eine sehr gute Organisation aufzubauen. Heute kann sich das Image der Aktion absolut sehen lassen und Renate Heller blickt 50 Jahre später stolz auf eine Zeit zurück, die ihre Herzensangelegenheit wurde.

„Ich wäre damals nicht auf die Idee gekommen, dass ich das nicht mache. Das Ganze hat sich von sehr wenig bis zur perfekten Organisation entwickelt, auch dank der vielen Helfer, die immer dabei waren. Diese ganze Zeit lang gab es kaum negative Bewertungen“, erzählt sie. Eine der ersten Summen, die anno dazumal „ersungen“ wurde, war um die 2.300 Schilling.

Voriges Jahr waren es über 15.000 Euro. „Früher gab es weniger Häuser, aber meist haben dort mehr Leute unter einem Dach gelebt. Und man darf nicht vergessen, dass die Leute nicht so viel Geld hatten – das hat sich schon stark entwickelt.“ Hellers Sternsingern selbst geht es nicht ums Geld. Ihnen wird der gute Zweck dahinter vermittelt. Als Belohnung gibt es Naschzeug – „das sind Berge, die mindestens bis zum Schokoosterhasen reichen“ – und warmes Essen.

Was für Renate Heller noch wichtig ist: ordentliches Gewand, ordentliches Benehmen. „Mir war immer sehr wichtig, schönes und ordentliches Gewand für die Sänger zu haben, dass die Texte gut ausgewählt und gekonnt werden und das Benehmen auch passt. In Stegersbach gibt es teils sogar Gruppen mit jungen Erwachsenen; die älteste Gruppe, die wir einmal hatten, waren Männer zwischen 50 und 60. Das liegt aber nicht am Mangel an Sternsingern, sondern einfach am Interesse“, fährt sie fort. Die Organisation beginnt im Oktober, mit der Nachbereitung dauert alles bis Mitte Jänner. Die Begleitpersonen werden erhoben, dann konkreter eingeteilt, interessierte Kinder werden in Gruppen eingeteilt, die Lieder geprobt – bis sie dann am Neujahrstag beim Gottesdienst vom Pfarrer entsandt werden. Durch den Zuzug und Siedlungen in Stegersbach hat sich das Singen etwas verändert. „In den Siedlungen wohnen oft junge Leute, die schwerer zu erreichen sind. Daher beginnen wir schon am Nachmittag des Neujahrstages und gehen bis 6. Jänner, um wirklich alle zu erreichen.“ Nächstes Jahr geht Renate Heller in Pension, die Sternsinger übernimmt ein Team. „50 Jahre ist eine schöne Zahl, das reicht“, freut sich die Fachinspektorin für Religionsunterricht an Pflichtschulen im Burgenland und Pastoralassistentin.

Das „ersungene“ Geld geht heuer nach Brasilien in den Regenwald. Unter der Hilfsaktion „Indigene brauchen Verbündete“ wird den Eingeborenen in Amazonien mit der Partnerorganisation CIMI bei der Verteidigung ihres Landes geholfen. Mehr Infos dazu im Internet auf www.dka.at.