Daniel Horvatits: Die Kunst zu animieren. Ungewöhnlich Angefangen hat alles mit toten Tieren am Straßenrand. Heute ist Daniel Horvatits erfolgreicher Motiondesigner und schafft visuelle Welten - in Stinatz.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 11. Februar 2017 (08:26)
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Konzentriert. Daniel Horvatits bei der Arbeit in seinem Studio. In Zukunft will der Stinatzer vermehrt zu Hause im Burgenland arbeiten.
BVZ, J. Fetz

„Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Pippi Langstrumpfs Lebensmotto hat auch der Südburgenländer Daniel Horvatits zu seinem gemacht. Der 33-Jährige ist als Motiondesigner tätig. Bedeutet konkret: Horvatits schafft Animationen. Das Repertoire ist breit gefächert, dabei zählt der Film allerdings zum Hauptschwerpunkt des jungen Stinatzers. „Mich fasziniert das Eintauchen in selbst kreierte Welten.

Man kann neue Dinge erschaffen und dabei die neueste Technologie mit den klassischen alten Künsten verbinden. Zeichnen, Malen, Illustrieren, Schneiden, Sprayen... die Liste an Möglichkeiten ist eine lange. Früher hatte man nur die Möglichkeit, Standbilder damit zu erzeugen. Jetzt kann ich den plastischen Objekten Leben einhauchen, das ist faszinierend“, erklärt Horvatits.

Von toten Tieren und bewegten Momenten

Ungewöhnlich hat bereits der Ausbildungsweg zum Motiondesigner für den kreativen Jungspund begonnen. Mit toten Tieren am Straßenrand nämlich.

„Ich hatte schon immer ein Faible für Dinge, die schockieren und wachrütteln. Beim Zivildienst war ich oft im Auto unterwegs und dabei sind mir die vielen toten Tiere am Straßenrand aufgefallen. So ergab eines das andere, ich begann die toten Tiere zu fotografieren und habe einen animierten Kurzfilm für die Aufnahmeprüfung an der Graphischen daraus gemacht.“

Und obwohl quasi alles mit dem Tod angefangen hat, steht der Ausnahmekünstler heute mitten im Berufsleben und zählt mit seiner Firma Motionworks mittlerweile zu den Besten der Branche. Seine Animationsarbeiten, die vor allem in der Werbewelt zum Einsatz kommen, laufen auch schon mal kurz, bevor die Zeit im Bild beginnt. „Das ist das begehrteste Zeitfenster, da ist man dann schon ein bisserl stolz“, erklärt der Stinatzer augenzwinkernd.

Imagefilme, Werbespots oder gar die komplette Realisierung eines interaktiven Kinderbuches – Horvatits Ideen gehen ihm nie aus. Anregungen dafür holt er sich vor allem in der Natur. „Sie ist ein offenes Buch für Bewegungs- und Farbenlehre. Und auch mit ein Grund dafür, dass ich in Zukunft vermehrt von meinem Heimatort Stinatz aus arbeiten möchte.“

Dass seine Arbeitswelt im Südburgenland noch fast zur Gänze unbekannt ist, ist für Daniel ein Ansporn. Von Wien vermehrt auf das Burgenland als Arbeitsplatz zu setzen, sieht er als Herausforderung: „Daheim hab ich die Pioniersrolle inne.“ Welches Ziel sich der bewegte Pionier für die nahe Zukunft gesetzt hat? „Ein animiertes Kinderbuch zu schaffen. Davon träume ich schon, seit ich klein bin.“