Legende „Rudi Bäck“ geht in Pension

„Rudi Bäck“ Rudolf Kirisits hat nach 120 Jahren seinen Familienbetrieb in Stinatz geschlossen. Jetzt gibt’s Ringhofer-Gebäck.

Erstellt am 08. Oktober 2020 | 05:36
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Am 30. September musste Rudolf Kirisits zum letzten Mal mitten in der Nacht aufstehen, um Gebäck und Brot zu backen. Der „Rudi Bäck“, wie er in der ganzen Region bekannt war, verabschiedete sich nämlich in den wohlverdienten Ruhestand. Mit der Pensionierung von Kirisits ist auch eine Ära in Stinatz zu Ende gegangen. Denn der Familienbetrieb „Pekovi“ (kroatisch für „Bäckers“) hat 120 Jahre lang seine Kunden mit Brot, Backwaren und anderen Lebensmitteln versorgt.

Gegründet wurde die Bäckerei von den Großeltern von Kirisits, der die Bäckerei 1993 dann von seinen Eltern übernommen hat. Kirisits selbst war von Anbeginn der Lehre bis zum Meisterbetrieb, nämlich ganze 47 Jahre im Geschäft. „Ich war kein einziges Mal im Krankenstand“, erzählt er stolz. Oft genug hat er auch an Sonn- und Feiertagen für die Pfarre verschiedenes Gebäck (Semmel, Brot, Weckerl) gebacken. Bürgermeister Andreas Grandits bedankte sich am letzten Öffnungstag bei Rudolf Kirisits für die jahrzehntelange Zusammenarbeit auch mit der Gemeinde.

Nachdem im Jänner dieses Jahres in Stinatz das ADEG-Geschäft zugesperrt hat, wäre die 1.200-Einwohner-Ortschaft nun ohne Lebensmittelgeschäft dagestanden - wären da nicht Andrea Maranitsch vom Gut Steinbach in Stegersbach und Lidwina Zsifkovits.

Nur einen Tag nach der Pensionierung von Rudolf Kirisits haben die Damen nämlich einen Brot- und Verkaufsladen in der Hauptstraße 118 eröffnet, der ehemaligen Trafik in Stinatz. Geliefert werden die Brot – und Gebäckköstlichkeiten von der Bäckerei Ringhofer aus Pinkafeld. Außerdem gibt es auch zahlreiche regionale Produkte, wie Kürbiskernöl, Milchprodukte, Mehl, Wein, Liköre und vieles mehr vor Ort. Geöffnet hat der Brotladen, der auch ein gemütliches Café-Stüberl hat von Montag bis Samstag von 6 bis 12 Uhr.