Trafik schließt nach 116 Jahren. Monopolverwaltung gibt neuem Eigentümer keinen Vertrag, Stinatz verliert damit auch Post und Geschäft. Gemeinde will mit Resolution Erhalt des Standorts sichern.

Von Carina Fenz. Erstellt am 15. Februar 2017 (06:04)
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Trafik Symbolbild Initiative der 3.000 heimischen Trafiken
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Seit 116 Jahren ist die Tabakverkaufsstelle in Stinatz im Eigentum der Familie Zsifkovits, mit 1. März soll Schluss damit sein.

Die Monopolverwaltung will dem neuen Eigentümer nämlich keinen Vertrag mehr geben, der Grund: „Der Standort des Tabakfachgeschäfts in Ollersdorf soll gestärkt werden. Die Zigarettenversorgung ist durch den Verkauf von Tabakwaren in Stinatzer Gasthäusern ohnehin gesichert“, so die Entscheidung der Monopolverwaltung, die Eigentümer Robert Zsifkovits gar nicht nachvollziehen kann.

„Mit dem Verkauf von Tabakwaren stirbt nämlich ein Stück der Nahversorgung in Stinatz, weil das Geschäft nur mit der Postpartnerstelle und der Annahmestelle für Lotto/Toto wirtschaftlich geführt werden kann“, begründet Zsifkovits.

„Stirbt der Standort, stirbt die Nahversorgung im Ort“

Die Postpartnerstelle in Stinatz bringt auch für Pendler einen großen Vorteil. „Wir haben nämlich jeden Samstag geöffnet, im Gegensatz zur Post in Stegersbach, wohin die Leute ausweichen müssten“, sagt Zsifkovits. Um an der Entscheidung der Monopolverwaltung noch zu rütteln, setzt Robert Zsifkovits in Zusammenarbeit mit zahlreichen Vertretern aus Politik und Vertreter der Wirtschaftkammer alle Hebel in Bewegung.

Finanzminister Hans-Jörg Schelling soll, geht es nach Bürgermeister Andreas Grandits, eine Weisung erlassen, um den Standort zu sichern. „Der Gemeinderat hat sich in einer Resolution um den Erhalt der Tabakverkaufsstelle, auch nach der Neuübernahme, ausgesprochen. Stirbt dieser Standort, stirbt die Nahversorgung im Ort“, gibt sich Ortschef Grandits kämpferisch. Auch Unterschriften für den Erhalt des Standorts werden derzeit gesammelt.

Zsifkovits selbst will den Familienbetrieb nur übergeben, weil er selbst keine Zeit hat im Geschäft zu stehen und seine langjährige Mitarbeiterin mit 1. März in Pension geht.