Pflegekompetenzzentrum soll verkauft werden. Die Gemeinde könnte das Pflegekompetenzzentrum verkaufen und würde dann auf einen Schlag schuldenfrei sein. Aktuell gibt es drei Interessenten, darunter auch die OSG.

Von Carina Fenz. Erstellt am 24. Dezember 2019 (04:00)
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Bürgermeister Bernhard Deutsch: „Wir müssten nicht verkaufen, aber unser Ziel ist es schuldenfrei zu werden.“
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Seit Freitag steht fest, dass es drei Kaufinteressen für das im Jahr 2004 erbaute Pflegekompetenzzentrum gibt, unter anderem die OSG, die das Haus mit dem derzeitigen Betreiber — dem Arbeitersamariterbund — weiterführen möchte, die R & S Beteiligungsmanagement, die in der Steiermark Pflegeheime mit rund 700 Betten betreibt und ein weiterer Investor, der noch nicht genannt werden möchte.

Ein positiver Nebeneffekt: Sollte der Verkauf gelingen, dann wäre die Gemeinde auf einen Schlag schuldenfrei. Knapp sechs Millionen Euro sind dafür an Erlösen notwendig. „Wir müssten nicht verkaufen, aber unser Ziel ist es schuldenfrei zu werden und das könnten wir mit der Verkauf erreichen. Der Schweizer Franken Kredit, läuft noch 18 Jahre und trägt auch ein gewisses Währungsrisiko. Außerdem müsste ins Gebäude reinvestiert werden“, begründet Bürgermeister Bernhard Deutsch. Zudem hat auch die Gemeindeabteilung des Landes der Gemeinde zu einem Verkauf geraten. „Im Hinblick auf die geplante Errichtung des Bildungszentrums wäre das finanziell gesehen am besten“, so Deutsch.

„Wir müssten nicht verkaufen, aber unser Ziel ist es schuldenfrei zu werden und das könnten wir mit der Verkauf erreichen"

Die Errichtung des Pflegekompetenzzentrums gestaltete sich ziemlich turbulent. Dass die finanzielle Lage der Gemeinde vom Rechnungshof in der Vergangenheit immer wieder gerügt wurde, hat mit dem Pflegeheim zu tun. Es wurde 2004 von der Gemeinde auf eigene Faust gebaut, die Landesregierung versagte daraufhin die für Heime übliche Förderung in Form einer Tagsatzvereinbarung. Diese wurde erst gewährt, als 2009 der Betrieb vom Roten Kreuz auf den ASB überging. Der Schuldenberg, der durch die Errichtung entstanden war, konnte Jahr für Jahr verringert werden. „Wir erhalten jedes Jahr genug Ertragsanteile und Kommunalsteuern sowie die Miete vom ASB um die Schulden zu tilgen“, betont Deutsch.

In der Vorwoche wurde der Gemeinderat über die Kaufangebote informiert. Eine Kaufentscheidung wird nach der Landtagswahl fallen. In der Zwischenzeit wird weiter verhandelt. Im Pflegekompetenzzentrum werden 60 Bewohner betreut, rund 40 Angestellte arbeiten im Haus. Für beide, so Bürgermeister Bernhard Deutsch, „soll sich bei einem Verkauf nichts ändern.“