Größter Batteriespeicher des Landes für Strem. Ziel ist über die Zwischenspeicherung den lokal produzierten Strom in der Region zu verbrauchen und das Netz zu entlasten.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 09. Januar 2021 (04:22)
Großbatteriespeicher für das Stromnetz Güssing am Standort des Pflegekompetenzzentrums Strem. OSG-Obmann Alfred Kollar, Energie Güssing Geschäftsführer Martin Zloklikovits und EEE-Geschäftsführer Joachim Hacker.
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Seit wenigen Tagen steht in Strem der größte Batteriespeicher des Burgenlandes und einer der größten in Österreich. Der 250kW große Lithium-Ionen Batteriespeicher wird am Standort des OSG Pflegekompetenzzentrums Strem ins Stromnetz Güssing (Energie Güssing) integriert.

Das Europäische Zentrum für Erneuerbare Energie Güssing und die Energie Güssing GmbH haben den Batteriespeicher als österreichische Projektpartner des EU-Forschungsprojektes MERLON erhalten. Ziel ist es, über die Zwischenspeicherung den über Photovoltaik- und Biogas-Anlagen lokal produzierten Strom im Stromnetz Güssing auch hier in der Region zu verbrauchen und so Übertragungsverluste zu vermeiden, um die Stromnetze zu entlasten. „Das hohe Maß an Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien im Stromnetz Güssing hat dabei maßgeblich zur Auswahl des Standorts beigetragen“, erklären Energie Güssing Geschäftsführer Martin Zloklikovits und EEE-Geschäftsführer Joachim Hacker.

Neben der Erhöhung des lokalen Stromverbrauchs werden auch Auswirkungen des Batteriespeichers auf die Verbesserung der Versorgungsqualität untersucht. „Ein wichtiger Punkt ist auch das Thema Versorgungssicherheit. Es wird untersucht wie ein Großbatteriespeicher einen Stromausfall im öffentlichen Versorgungsnetz abfedern kann (Black Out)“, so Zloklikovits und Hacker.

Der Speicher selbst ist aber nur einer von vielen Bausteinen im Projekt. In einem Versuchsgebiet im Stromnetz Güssing wird nächstes Jahr ein gesamtheitliches Energiemanagementsystem implementiert, wo auf einzelne Pilot-Haushalte zugegriffen wird um deren Stromverbrauch (Heizung, Kühlung etc.) energieeffizient und damit auch klimaschonend zu steuern.

Es sollen aber auch ein ganzer Siedlungsbau (OSG) beziehungsweise das vom Samariterbund geführte OSG-Pflegezentrum integriert werden. Auch hier sind Energieeffizienz und Versorgungssicherheit die Hauptthemen. Haushalte, Betriebe, Batteriespeicher, Photovoltaik-Anlagen, E-Tankstellen, Trafostationen – alle wichtigen Elemente im Stromnetz Güssing werden auf einer digitalen Plattform zusammengeführt und automatisiert gesteuert – ein Testlauf für das Energiesystem der Zukunft.