Erneut Sorge um Uhudler. Dem Kultgetränk als Wein droht ein Verbot durch den EU-Ministerrat. Der Uhudler ist nicht in Gefahr, klären Winzer auf, aber er müsse als Obstwein deklariert werden.

Von Carina Fenz. Erstellt am 11. Dezember 2020 (06:07)

Mit dem Beschluss der burgenländischen Landesregierung im April 2016, Direktträgersorten, die mit Edelrebsorten gekreuzt sind, in die burgenländische Weinbauverordnung aufzunehmen, war der Uhudler gerettet. Damit wurde auch gleichzeitig die Zulassung des Anbaus von neun Uhudler-Rebsorten beschlossen. Für die damalige Agrarlandesrätin Verena Dunst war klar, dass es für das Land nur diesen mit der EU-Marktordnung konformen Weg gebe. Auch das 2004 vom Land verfügte Auspflanzverbot war damit aufgehoben.

Heute, vier Jahre später, steht der Uhudler wieder auf einem Scheideweg. Zumindest wenn es nach dem EU-Ministerrat geht, mahnt der GRÜNE-Landtagsabgeordnete Wolfgang Spitzmüller. Der Rat will die Traube aus der Verordnung über die Gemeinsame Marktorganisation (GMO) streichen – „das wäre das Aus für den Direktträger“, ist Spitzmüller überzeugt, der Landwirtschaftsministerin Köstinger auffordert „alle Möglichkeiten ausschöpfen, um den Uhudler ein für alle Mal abzusichern.“ „Das Burgenland braucht den Uhudler genauso wie den Storch und den Neusiedlersee für Vielfalt, Tourismus und Wertschöpfung“, so Spitzmüller.

Auch Verena Dunst setzt sich in einem Schreiben an die Bundesregierung und die EU-Kommission dafür ein, dass der Uhudler Wein bleibt. „Dass der Uhudler nach jahrzehntelangem Kampf als Obstwein degradiert wird, hat sich das Aushängeschild des Südburgenlandes nicht verdient“, sagt Dunst, die auch darauf hinweist, dass die Anbauflächen seit der Zulassung der Direktträgersorten enorm gewachsen sind.

EU-Abgeordneter Christian Sagartz (ÖVP) spricht angesichts der Debatte von Panikmache. Der Uhudler sei nicht in Gefahr, „denn er kann unabhängig von der EU-Agrarpolitik als Obstwein vermarktet werden. Niemand und schon gar nicht ‚die EU‘ wird uns den Uhudler verbieten, weil die Vermarktung von Obstwein rein nationale Kompetenz ist“, so Sagartz, der davon spricht, dass die Volkspartei den Uhudler bereits 2016 im Nationalrat mit der Obstweinlösung gerettet habe.

Eine Lösung, die auch Harald Kaiser, Obmann des Vereins „Freunde des Uhudler“ viel abgewinnen kann. „Hätte man sich damals schon darauf geeinigt, den Uhudler als Obstwein zu deklarieren, dann hätten wir diese Diskussion jetzt nicht.“

Obmann-Stellvertreter Josef Pfeiffer sieht das ähnlich. „Ob Obstwein oder nicht ist doch irrelevant. Die Diskussion ist überflüssig, aber scheinbar gibt es Kreise, die das Thema aufrollen möchten“, so Pfeiffer.

Dass Uhudler lieber Wein bleiben soll, wünscht sich Winzer Matthias Mirth. „Ich bin kein Freund der Obstweinlösung, aber dieses Politikum ist überflüssig.“