Feuchttücher treiben Kosten in die Höhe. Immer mehr Menschen verwenden Feuchttücher und werfen diese dann ins Klo. Das verursacht hohe Kosten bei der Entsorgung.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 06. September 2017 (05:58)
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Richtig entsorgen! Die Feuchttücher wandern von der Toilette durch den Kanal zu den Kläranlagen, obwohl sie eigentlich in den Restmüll gehören.
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Dass Binden und Windeln nicht in die Toilette gehören, ist mittlerweile gängige Praxis. Ganz anders hingegen verhält es sich mit den immer beliebter werdenden Feuchttüchern. Die werden nämlich weiterhin bevorzugt in der Toilette entsorgt und bereiten den Abwasserverbänden große Probleme.

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Das beginnt beim Kanal, wo es immer wieder zu Verstopfungen kommt, weil die Feuchttücher in Wurzeleinwüchsen hängen bleiben – zuletzt ereignete sich ein solcher Fall in Eisenzicken, hohe Entsorgungskosten waren die Folge.

Appell: „Feuchttücher in den Restmüll“

„Normales Klopapier zersetzt sich nach einer gewissen Zeit, Feuchttücher hingegen sind reißfest und zersetzen sich nicht“, sagt Klaus Gartner, Obmann des Abwasserverbandes Mittleres Pinka- und Zickental. Laut ihm hat sich das Problem in den vergangenen Jahren extrem verschärft: „Das hat langsam begonnen und explodiert derzeit regelrecht.“ Gartner schätzt, dass sich die Betriebskosten in den vergangenen fünf Jahren um bis zu 30.000 Euro erhöht haben – nur wegen der zunehmenden unsachgemäßen Entsorgung von Feuchttüchern in der Toilette.

Hohe Kosten fallen an

Denn Verstopfungen des Kanalsystems sind nur eine Folge, auch in den Kläranlagen selbst werden die Feuchttücher zu einem immer größeren Problem. „Wir mussten unseren Stufenrechen bereits nach drei Jahren reparieren, eine weitere Folge ist, dass durch die Feuchttücher viel mehr biogenes Material im Restmüll landet, der sich übrigens auch fast verdoppelt hat“, weiß Gartner.

Informationskampagne. Betriebsleiter Martin Spirk, Obmann Bernhard Hirczy und Geschäftsführer Michael Schrei (v.l.) wollen nicht, dass das Klo als Mistkübel oder Biotonne verwendet wird.
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Der Abwasserverband will demnächst die Gemeinden mit einer Aussendung auf die Problematik aufmerksam machen und bittet die Bevölkerung, Feuchttücher künftig im Restmüll und nicht in der Toilette zu entsorgen – so wie Binden oder Windeln. „Wenn die dadurch entstehenden Mehrkosten nicht eingedämmt werden, wird das auf die Bevölkerung umgelegt werden müssen – und alles nur, weil nicht richtig entsorgt wird“, appelliert Gartner an das Verantwortungsbewusstsein jedes einzelnen „Feuchttuch-Benutzers“.

Abwasserverbände appellieren an Bürger

Auch weiter südlich ist das Problem bekannt. So meint etwa Bernhard Hirczy (ÖVP), Obmann des Jennersdorfers Abwasserverbandes, dem auch einige Güssinger Gemeinden angehören, dass sich die Problematik in letzter Zeit verschärft hat. „Die Feuchttücher verfangen sich vor allem in den Pumpstationen, wodurch sich die Ausfälle im Verbandskanal häufen – das kostet jede Menge Geld“, sagt Hirczy, der eine Informationskampagne gestartet hat, mit der die Bürger darüber aufgeklärt werden sollen, was ins WC gehört und was nicht. „Das WC ist weder Mistkübel noch Biotonne – richtiges Entsorgen hilft Kosten zu sparen und das wirkt sich wiederum positiv auf die Gebühren für die Haushalte aus.“