Tourismus blüht auf

Erstellt am 07. März 2022 | 04:47
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8294135_owz09silke_stgb_harald_popovsits.jpg
Projektmanager Harald Popovsits in einem seiner Büros; hier im Güssinger Rathaus. Man beachte das Bild im Hintergrund: Die E-Kutsche, die der Verband entwickelte. „Ab April werden Fahrten angeboten, die Kutsche kann man mieten“, sagt Popovsitz.
Foto: Silke Katschner
Der Tourismusverband Südburgenland plant Radrastplätze, ein 3D-Relief in Schandorf. Ein futuristisches Projekt mit dem Namen „Auroral“ widmet sich bis 2024 der digitalen Vernetzung.
Werbung

„Durch gute Zusammenarbeit konnten in den letzten Jahren an die 50 EU-Projekte abgewickelt werden. Natürlich tüfteln wir wieder laufend an Projekten“, antwortet Projektmanager Harald Popovsits auf die Frage, woran im Tourismusverband und den Büros in Stegersbach und Güssing gerade gearbeitet wird.

Seit der Zusammenlegung im Juli 2021 der einzelnen Tourismusbüros in den Bezirken zu einem einzigen Tourismusverband für den Süden wird der touristische Auftritt als einheitliches Südburgenland forciert und mit unterschiedlichen Projekten als attraktives Urlaubsziel beworben. „Wir finden Ideen, die nachhaltig sind, die neue Tourismusangebote schaffen“, erklärt Popovsits.

Vom Weitwandern, Radeln und Zeitreiseprojekten

„Einerseits haben wir Projekte, die wir schon seit Jahren umsetzen; man kann sie nämlich verlängern oder Folgeprojekte anhängen. Zum Beispiel der Alpannonia-Weitwanderweg; damit haben wir schon vor 15 Jahren begonnen. Damals wollten wir als Gegensatz zum alpinen Wandern einen Wanderweg ‚light‘ schaffen – das ist wie beim Skifahren. Wir wollten statt einem Weg auf schwarzer Piste einen haben, der auch auf blauer Piste geht. Alpannonia ist ein Projekt mit Österreich und Ungarn zusammen, und unterm Strich gelang es uns zu beweisen, dass man auch im flachen Südburgenland wandern kann“, erklärt der Touristiker, der seit 30 Jahren in der Branche tätig ist.

Tourismusprojekte dauern in der Regel circa drei Jahre; grenzübergreifende Projekte, die ins Interreg-Programm fallen, werden bis zu 85 Prozent gefördert. In der EU gibt es viele verschiedene Fördertöpfe und -programme, doch alle sind darauf ausgerichtet, über die Ländergrenzen hinweg zusammenzuarbeiten. So auch bei „Velo Regio“, das Kroatien, Slowenien, Ungarn und Österreich als Radregion miteinander verbindet – allein im Südburgenland gibt es 600 Kilometer Radweg. „Zusammenarbeit ist der EU besonders wichtig.

Für Velo Regio gibt es bereits ein Folgeprojekt für den Sommer. So soll in Pinkafeld mit der HTL gemeinsam ein Rad-Rastplatz geschaffen werden; in Großpetersdorf beim Aussichtspunkt ebenso.“ 2022 wird das „ArcheON“-Projekt weitergehen. „Wir versuchen, sozusagen eine Zeitreise anzubieten. Bereits vor 7000 Jahren haben Leute in Burg gewohnt und sind in Schandorf begraben worden; anhand eines 3D gedruckten Reliefs als Übersicht soll der nächste Schritt in dem Archäologiepark in der Region Pannonien gesetzt werden.“

Nach den ganzen Grabungen, Freilegen der Burgmauer und sogar der Öffnung einer Grabkammer liegt ein Abschlussbericht vor, der nun touristisch weiterverwertet und ausgebaut wird. Das Ziel ist die Erstellung einer archäologischen Schatzkarte im Gebiet Burg und Schandorf.

Ein Vorhaben namens „Auroral“ mit 35 EU-Partnern stellt sich bis Ende 2024 die Frage, wie Regionen besser miteinander kommunizieren können; der Fokus liegt auf Digitalisierung.

Werbung