Eine einzelne Stimme entscheidet in St. Michael

Erstellt am 06. Oktober 2022 | 05:39
Lesezeit: 3 Min
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Jubel im Gasthaus Kulovits-Freislinger in Sankt Michael: Martin Omischl , Franz Eberhardt, Otto Horvath und Michael Eberhardt.
Foto: Claudia Jelinek
Otto Horvath (SPÖ) stößt Erich Sziderits (ÖVP) nach zwanzig Jahren mit einer Stimme Vorsprung vom Thron des Ortschefs.
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Damit hätte man nicht gerechnet. Es ist wohl das spannendste Ergebnis der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen im ganzen Burgenland. Eine einzige Stimme entscheidet über das Schicksal zweier Bürgermeisterkandidaten - und über die Zukunft der Gemeinde.

Mit einer Stimme Vorsprung gewinnt Otto Horvath vor Erich Sziderits. Über 20 Jahre lang war Erich Sziderits (ÖVP) Bürgermeister der Gemeinde St. Michael. Dieser wurde nun von seinem neuen Gegner Otto Horvath (SPÖ) vom Thron gestoßen. Otto Horvath ist das erste Mal zur Bürgermeisterwahl angetreten - und das mit Erfolg.

Die entscheidende Stimme wird abgegeben

392 Stimmen erzielt Otto Horvath bei der Bürgermeisterwahl, Erich Sziderits 391 Stimmen. Die entscheidende Stimme gehört also Otto Horvath. Dieser ist nach dem Wahlergebnis erleichtert. „Ich habe immer daran geglaubt, obwohl ich immer gewusst habe, dass es eine schwierige Aufgabe wird, gegen Erich Sziderits zu gewinnen“, so der neue Ortschef Otto Horvath. Dieser ist der Meinung, dass das Ergebnis ein Zeichen dafür sei, dass sich die Bevölkerung einen Wechsel in der Gemeinde gewünscht habe.

Auch im Gemeinderat kann sich die SPÖ in Sankt Michael freuen. Mit 42,5 Prozent kann die SPÖ ihre Mandate ausbauen. Statt fünf Gemeinderäte gibt es in Zukunft nun sechs Gemeinderäte der SPÖ.

Des einen Freud, des anderen Leid

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Nach 20 Jahren muss Erich Sziderits nun sein Amt an den Gegner abtreten.
Foto: BVZ

Nach 20 Jahren als Langzeitbürgermeister muss Erich Sziderits nun den Chefsessel an seinen Gegner übergeben. Nach so vielen Jahren ist das sicherlich keine einfache Aufgabe.

Die Enttäuschung von Erich Sziderits über das aktuelle Wahlergebnis lässt sich beim Gespräch mit der BVZ allerdings nicht verbergen: „Ich bin enttäuscht vom Ergebnis, meine Karriere als Bürgermeister endet. Man macht sich darüber halt seine Gedanken“ heißt es vom ehemaligen Langzeitbürgermeister Sziderits.

Auch bei den Gemeinderatswahlen gibt es seitens der ÖVP keine allzu erfreulichen Neuigkeiten. Diese muss nämlich ein Mandat an die SPÖ abtreten, diese hat also statt neun Gemeinderäte nur noch acht.

Unveränderte Ergebnisse der FPÖ

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Oliver Unger und die FPÖ konnten ihr Mandat nicht weiter ausbauen.
Foto: BVZ

Bei der FPÖ ist im Großen und Ganzen alles beim Alten geblieben. Im Vergleich zum Vorjahr haben sie um knapp 3 Prozentpunkte weniger Stimmen eingeholt.

Das Mandat konnten sie also wie gewünscht nicht ausbauen. Die FPÖ hat also weiterhin ein Mandat im Gemeinderat in Sankt Michael.

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