AktivPark steht vor dem Verkauf: Ende oder Neubeginn?. Der AktivPark ist wieder zum Mittelpunkt der Diskussionen zwischen Eigentümern, Gemeinde und Land geworden.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 18. September 2019 (04:36)
BVZ
Der AktivPark soll verkauft werden, die WSF-Gruppe sieht ohne Zusage zum geplanten Golf-Projekt keine Zukunft in Güssing.

Die Geschichte des AktivParks ist geprägt von vielen Höhen und Tiefen, von Erfolgen und wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Nun steht die Anlage wieder vor einer Veränderung.

Beliebte Anlaufstelle für sportliche Vereine

Das Hotel mit den sportlichen Innen- und Außenanlagen wurde 1998 eröffnet, zwei Fußballplätze (ein beheizter Kunstrasen- und ein Naturrasenplatz) sind 2003 hinzugekommen. 26 Doppelzimmer und 4 Appartements stehen den Gästen zur Verfügung, ergänzt durch ein Restaurant, die „Player’s Bar“ und einen Fitnessraum. Zum weiteren launigen Zeitvertreib gibt es außerdem noch Billardtische und eine Kegelbahn.

Mit der Auslastung war man im Schnitt recht zufrieden. „Das Segment mit den Vereinen funktionierte immer gut, besonders in der Sommerferien gab es viele Buchungen in diesem Bereich. Aber auch viele Privatpersonen haben unser Angebot gerne in Anspruch genommen“, erzählt WSF-Verantwortlicher Alexander Fuchs-Robetin. Doch der erste Rückschlag stellte sich 2009 mit einem unvorhersehbaren Ereignis ein: ein Hochwasser drang bis in die Räumlichkeiten von Hotel und Sportstätten ein und sorgte für erhebliche Schäden, von denen sich die Anlage lange nicht erholt hat.

Pläne und Visionen für die Zukunft

Trotz allem steckte man nicht den „Kopf in den Sand“ und machte sich Gedanken, wie man noch mehr Gäste in die Region locken könnte. Deshalb plante die Eigentümerin des AktivParks, die WSF-Gruppe, 2012 die Errichtung eines Golfresorts, das sich auf 180 Hektar vom AktivPark bis nach Tobaj erstrecken sollte, durchzogen von Bungalows für die Besucher. Im Zuge dieser Arbeiten wollte man auch den AktivPark renovieren, um ihn mit mehr Sternen schmücken zu können.

Doch das Projekt scheiterte an einem Streit, der zwischen den Eigentümern und der Gemeinde sich immer weiter hochschaukelte. So kam es zum Bruch mit der Gemeinde und die Schließung des AktivParks 2012 konnte nicht aufgehalten werden. Da sich hier aber auch das sportliche Zentrum der Güssinger Basketballer befand und bis heute noch befindet, gab es Bestrebungen, die Anlage wieder zu öffnen. Auf Initiative des damaligen Basketball-Obmanns Reinhard Koch wurde 2016 wieder aufgesperrt. Der Streit zwischen der Gemeinde und dem Eigentümer konnte dann 2018 endgültig beendet werden und die Gemeinde hat die Sporthalle mit den dahinter liegenden Tennisplätzen erworben, dazu wurden Mietverträge für einige Räume unterzeichnet, die für einen geregelten Sportbetrieb benötigt werden.

Zweiter Versuch scheiterte erneut

Da nun wieder „Friede herrschte“, versuchte die WSF-Gruppe erneut ihr Projekt zu realisieren. Doch bei den Gesprächen mit Gemeinde und Land konnte man sich abermals nicht einigen.

„Für die Umsetzung unseres Projekts ist ein Grundsatzbeschluss der Gemeinde für die Umwidmung der gesamten Grundstücke wichtig, sonst können wir die nötigen Investitionen nicht aufstellen, so ist keine Rechtssicherheit gegeben“, betont Fuchs-Robetin abermals die Wichtigkeit dieses Beschlusses. Dem Wunsch nach der Gesamtumwidmung wurde von Gemeinde und Land nicht nachgekommen.

Rückzug und ein neuer Anfang?

„Nun ist für uns der Zeitpunkt gekommen, an dem wir uns aus Güssing zurückziehen. Wir wollen den AktivPark in gute Hände übergeben. Ich hoffe, dass sich Interessenten finden“, erklärt Fuchs-Robetin weiter. Vom Büro des zuständigen Landesrat Dorner heißt es: „Wir haben einige Varianten der Umsetzungsmöglichkeiten angeboten, leider war keine davon für die WSF-Gruppe akzeptabel. Wir hätten das Tourismus-Projekt sehr begrüßt.“

DMF
Die Sporthalle wurde 2018 von der Gemeinde angekauft, für die hier trainierenden Mannschaften gibt es keine Veränderungen.

Auch Bürgermeister Vinzenz Knor bedauert den Rückzug: „Nachdem ich bei den Verhandlungen im Land nicht dabei war und nicht weiß, welche Varianten hier angeboten wurden und auch nicht die offizielle Version von Herrn Fuchs-Robetin kenne, ist es schwer für mich, dazu etwas zu sagen. Ich hoffe aber, dass das Hotel weiter in Betrieb bleibt.“ Für Vizebürgermeister Alois Mondschein besteht akuter Handlungsbedarf der Gemeinde in dieser Causa: „Nachdem der AktivPark nur weitergeführt wird, wenn das Großprojekt verwirklicht wird, sollte seitens der Stadtgemeinde alles unternommen werden, damit das geschieht. Der Verlust des Aktivparks würde für die Bevölkerung von Güssing außerdem wieder eine weitere Reduktion von Freizeitmöglichkeiten bedeuten.“