Elterninitiative will über Bildungscampus neu verhandeln

Erstellt am 12. Mai 2022 | 05:30
Lesezeit: 4 Min
Lehrer Schule Symbolbild Bildung
Foto: Oksana Kuzmina/Shutterstock.com
Die „Initiative Campus Pinkaboden“ wächst von Tag zu Tag und zusammenwachsen soll auch das Pinkatal, wenn es um die Errichtung eines modernen Schulcampus geht. Dazu braucht man die Bevölkerung und die Politik und die will man überzeugen.
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„Es ist sowas, wie eine Identitätsfindung“, meint Hansjörg Schrammel, seines Zeichens, Sprecher der kürzlich gegründeten „Initiative Campus Pinkaboden“. Und wenn er über Identität spricht, dann meint er die Identität des Unteren Pinkatals, die ohne Zweifel eine ganz Eigene ist.

Nur in einem ist man sich wenig einig, nämlich was die Zukunft der vielen Bildungseinrichtungen — von Kindergärten über Volksschulen und der privaten Mittelschule Josefinum — angeht. Allesamt haben nämlich mit rückläufigen Kinderzahlen zu kämpfen und müssten dringend saniert werden.

Eine von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil ins Leben gerufene Arbeitsgruppe zum Projekt „Bildungscampus“ — der die Bürgermeister der Gemeinden Eberau, Bildein, Heiligenbrunn, Strem, Moschendorf und Deutsch Schützen angehörten — hat in den vergangenen zwei Jahren keine Ergebnisse gebracht.

„Wir sehen uns als verbindendes Element, als hilfreiches Instrument, in einem Thema, welches eine Lösung braucht“,
Hansjörg Schrammel, Sprecher der Initiative Campus Pinkaboden

Die Stimmung, so heißt es aus allen Richtungen, sei verfahren. Strem und Heiligenbrunn haben sich schon früh aus dem Vorhaben verabschiedet, auch Deutsch Schützen war zuletzt nicht mehr dabei. Und genau hier will die „Initiative Campus Pinkaboden“ ansetzen, wie Schrammel erklärt.

Sein Ziel: Zuerst die Eltern und die Bevölkerung ins Boot holen und dann zurück auf den Verhandlungstisch. Ein ambitioniertes Vorhaben, welches aber angesichts der zahlreichen Unterstützer, die sich in nur wenigen Wochen der Initiative angeschlossen haben, von Erfolg verspricht. „Wir sehen uns als verbindendes Element, als hilfreiches Instrument, in einem Thema, welches eine Lösung braucht“, ist Schrammel überzeugt.

Ihm gehe es um Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung. „Niemand gibt seine Bildungseinrichtung einfach so auf, um sie an einem Standort mit anderen Gemeinden zu konzentrieren. Das soll auch nicht mit Zwang passieren. Vielmehr geht es darum, dass dieses Campus-Projekt, wenn es nur die Chance bekommt, von unten herauf zu wachsen, für jeden erkennbar machen wird, dass etwas gemacht werden muss“, so Schrammel.

Als Standort für den Campus ist aktuell die Mittelschule Josefinum im Gespräch. Das habe, so Schrammel, auch raumplanerische und ökologische Gründe. „Eine Schule gehört ins Zentrum und wahrscheinlich ist ein Umbau auch kostengünstiger als ein Neubau“, meint der Sprecher der Initiative.

In einem nächsten Schritt will man jetzt die Bevölkerung aus der Gemeinde Deutsch Schützen-Eisenberg mit ins Boot holen. Eine Infoveranstaltung soll in den nächsten Wochen stattfinden. „Historisch gesehen war es nämlich bis zum Jahr 2009 so, dass die Kinder aus Deutsch Schützen die Mittelschule in Eberau besucht haben. Mit der Umwandlung in eine Privatschule hat sich das dann zerschlagen, was für die Region sehr schade ist“, meint Schrammel.

Das Pinkatal soll nämlich wieder ein Stück näher zusammenwachsen. Mit diesem Leuchtturmprojekt „Campus Pinkaboden“ würde, so Schrammel, nämlich nicht nur der Zusammenhalt gestärkt, sondern auch die Region endlich wieder als Ganzes wahrgenommen. Zudem würde man durch die Beteiligung aller Gemeinden des Unteren Pinkatals, den Campus von den Kinder- und Schülerzahlen her langfristig absichern können.

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