Von Garnelen bis zum Olivenbaum in Güssing. Erst vor wenigen Monaten wurde das „Südhub“ gegründet, jetzt wurden schon erste, erfolgversprechende Projekte präsentiert.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 17. Juni 2021 (05:48)
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Georg Ofner, Andreas Pfeifer (Güssinger Garnelen), Harald Zagiczek (Wirtschaftsagentur Burgenland), Michael Gerbavsits (Wirtschaftsagentur Burgenland), Lukas Hecke, Daniel Rössler (Argro Rebels), Landesrat Leonhard Schneemann, Markus Enenkel, Emanuel Rudas (Perigee) und Martin Trink, Leiter des Südhub bei der Präsentation der Projekte.
DMF, DMF

Garnelen aus Güssing? Kein Problem für Andreas Pfeifer und Georg Ofner, die eine Anlage am Fuße der Burg in Betrieb nehmen, in der die Krustentiere für Gastronomie und Konsumenten gezüchtet werden. Starthilfe bekommen sie von der Wirtschaftsagentur Burgenland oder besser gesagt dem Güssinger Gründerzentrum „Südhub“.

Garnelen züchten am Fuße der Burg

Im Moment schwimmen die Krebstiere — in jenem Fall der Garnelenart „White Tiger“ noch in kleinen, beheizten Becken. Doch das Gründerteam Andreas Pfeifer und Georg Ofner hat Großes vor. Schon bald werden die ersten Garnelen (rund 200 Kilo) in den Vertrieb gelangen und die Produktionsanlagen sollen erweitert werden. Die nachhaltige Energienutzung aus industrieller Abwärme und der Verzicht auf Chemikalien und Antibiotika ermöglichen qualitativ hochwertige und gesunde Garnelen, umweltschonend zu züchten und auf den heimischen Markt zu bringen.

Perigee will junge Spender ansprechen

Aber auch weitere spannende Projekte sind im „Südhub“ im Entstehen: eine Online Marketing Technologie für Spendenorganisationen und frische Oliven aus dem Burgenland. Ein StartUp im Bereich Digitalisierung von Pflegeheimdienstleistungen befindet sich ebenfalls in einer fortgeschrittenen Phase.

Die Online Marketing Technologie für Spendenorganisationen setzt auf die jüngeren Generationen. Durch die Softwarelösung wird es Spendenorganisationen ermöglicht, mehr Spender online anzuwerben. Das Volumen des Marktes im Österreichisch-Deutschen-Schweizerischen Raum wird mit mehreren Milliarden Euro beziffert.

Rebellische Tendenzen in der Landwirtschaft

Aus den Entwicklungen des Klimawandels möchten die „Agro Rebels“ einen positiven Effekt ziehen. Das Gründerteam befindet sich im Rahmen eines FFG-geförderten Projekts gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur auf dem besten Weg, eine „österreichische Olivensorte“ zu züchten, um Landwirten eine alternative Einkommensquelle zu geben.

Ein in Mörbisch angelegter Olivenhain hat sich schon bestens entwickelt, 2022 sollen die ersten Oliven geerntet werden. Aktuell werden Partnerbauern im Burgenland gesucht, um die Umsetzbarkeit sowie Rentabilität gemeinsam mit diesen Landwirten beweisen zu können.
„Gründer von heute schaffen die Arbeitsplätze von morgen. Daher soll Jungunternehmern und StartUps noch stärker unter die Arme gegriffen werden“, erklärte Landesrat Leonhard Schneemann, der davon überzeugt ist „mit dem Südhub das Südburgenland wirtschaftlich zu stärken, die Entwicklung voranzutreiben und den Jungen in der Region mehr Chancen und Arbeitsplätze zu geben.“

Auch Wirtschaftsagentur Burgenland-Geschäftsführer Michael Gerbavsits freut sich über den guten Start: „Die Nachfrage der ersten Monate hat gezeigt, dass es Bedarf für diese Leistungen gibt. Da die Unterstützung von – zukünftigen - Gründern einen direkten Einfluss auf die Anzahl der StartUp Gründungen im Burgenland hat, soll das Angebot hier noch weiterentwickelt beziehungsweise ausgebaut werden.“