Güssinger Mineralwasser ist insolvent. Der krisengeschüttelte Mineralwasserabfüller musste vor Weihnachten Konkurs anmelden. Die Passiva belaufen sich auf rund 2,07 Millionen Euro.

Von Carina Fenz. Erstellt am 24. Dezember 2019 (04:15)
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Güssinger in Problemen. Seit Monaten bangt das Unternehmen um den Fortbestand. Jetzt ist Schluss.
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Weniger prickelnd läuft es derzeit für die „Güssinger Beverages & Mineralwater GmbH“. Die Kreditschutzverbände KSV, Creditreform und AKV gaben am Donnerstag bekannt, dass am Landesgericht Eisenstadt über das Vermögen des Mineralwasserherstellers ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt wurde. Das Unternehmen wurde 2005 gegründet.

Nachdem die „Güssinger Mineralwasser GmbH“ 2004 in die Insolvenz geschlittert ist, übernahm die Antragstellerin als Auffanggesellschaft den Betrieb. Anfang Juli kam es in dem Unternehmen zu einem Gesellschafterwechsel. Nunmehr ist die „Finstil Holding GmbH“ Alleineigentümerin der Antragstellerin. Es handelt sich hierbei um ein Beteiligungsunternehmen, welches im 100-prozentigen Eigentum der „E & A Beteiligungs GmbH“ steht. Ende Juli wurde auch ein neuer Geschäftsführer im Unternehmen eingesetzt.

Das Vermögen der Antragstellerin besteht laut eigenen Angaben nur mehr noch aus dem Anlagevermögen. Vorräte sind kaum noch vorhanden. Die Passiva betragen rund 2,08 Millionen Euro. 17 Mitarbeiter, die seit mehreren Monaten kein Gehalt bekommen haben, bangen wegen der Pleite jetzt auch um ihre Jobs. Das Unternehmen versucht, die veralteten Anlagen zu erneuern und dann die Abfüllung wieder aufzunehmen. Vorausgesetzt, die rund 120 Gläubiger (davon 23 Dienstnehmerforderungen) stimmen zu, dass sie 80 Prozent ihrer Forderungen abschreiben. Die Erfüllung des Sanierungsplanes soll durch Unterstützung des wirtschaftlichen Eigentümers erfolgen, hieß es vom AKV und vom Gläubigerschutzverband Creditreform. Forderungen können ab sofort über KSV1870, AKV Europa und Creditreform angemeldet werden.

Begründet wird die Insolvenz mit der veralteten technischen Anlage, die nicht ordnungsgemäß aufgesetzte Buchhaltung sowie dem Wegfall des Hauptkunden „Hofer“.

Das Unternehmen soll fortgeführt werden. Die für die Renovierung erforderlichen Mittel sollen laut Eigenantrag vom wirtschaftlichen Eigentümer zur Verfügung gestellt werden. Da dieser Geldfluss aber erst im neuen Jahr 2020 zu erwarten ist, soll das Unternehmen geschlossen werden, um den Maschinenpark zu erneuern. Erst in weiterer Folge soll das Unternehmen wieder eröffnet werden.