Autozulieferer ZKW erzielte 2018 Rekordumsatz. Der Autozulieferer ZKW hat nach der Übernahme durch den südkoreanischen LG-Konzern 2018 mit 1,34 Mrd. Euro erneut einen Rekordumsatz erreicht. Der Spezialist für Licht- und Elektroniksysteme mit Sitz in NÖ beschäftigte per Jahresende mehr als 9.700 Mitarbeiter, davon rund 3.400 in Österreich. Der Standort für ein neues Werk in Osteuropa soll Ende März feststehen, sagte CEO Oliver Schubert.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 05. Februar 2019 (10:05)
ZKW Group GmbH
ZKW-CEO Oliver Schubert

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Wieselburg (Bezirk Scheibbs) blickt auf ein kräftiges Wachstum in den vergangenen Jahren zurück. Der Personalstand hat sich seit 2010 - damals waren es 2.400 Mitarbeiter - mehr als vervierfacht. Der Umsatz lag 2015 bei knapp 800 Mio. Euro, 2017 wurden mehr als 1,2 Mrd. Euro erzielt. Gewinnzahlen gibt das Unternehmen nicht bekannt. Schubert sprach von einem "profitablen Wachstum". "Wir haben einen sehr soliden Auftragsbestand", fügte er hinzu. Für 2019 "planen wir mit einem weiteren Wachstum, deswegen investieren wir in neue Fertigungskapazitäten".

Zu Beginn des Vorjahres wurde das Elektronikkompetenzzentrum in Wiener Neustadt erweitert, im September erfolgte der Spatenstich im slowakischen Krusovce für den größten Standort-Ausbau in der 80-jährigen Firmengeschichte. Die Produktionsfläche des Werkes wird von 42.000 auf fast 80.000 Quadratmeter beinahe verdoppelt. Zum Teil konnten benötigte Kapazitäten durch die Erweiterung abgedeckt werden, aber nun brauche es einen neuen Standort in Osteuropa, sagte Schubert. Die Entscheidung, wo das geplante Werk gebaut wird, soll Ende des ersten Quartals fallen, kündigte der CEO an. Vergrößert wird derzeit auch der chinesische Standort in Dalian. Weiters werden Synergien mit einem Automotive-Werk von LG in Ningbo (China) geprüft.

Neben Werkserweiterungen werde der Schwerpunkt 2019 auf Innovationen liegen. "Die Autoindustrie befindet sich im Wandel. Elektrifizierung und autonomes Fahren erfordern neue Produkte", sagte Schubert. Das Produktportfolio von ZKW wird über den Hauptscheinwerfer hinaus auf Lösungen für alle Lichtanwendungen im Außenbereich des Fahrzeuges erweitert, etwa um Rückleuchten oder Lichtteppiche. "Vor allem im Hinblick auf autonomes Fahren arbeitet ZKW bereits an Lösungen, um strategische Eckpunkte des Fahrzeugs abzudecken. Durch Sensortechnologien integriert in den Lichtsystemen soll hier zukünftig die Rund-um-Sicht durch einen 360-Grad-Blick ermöglicht werden", hieß es in einer Aussendung am Dienstag.

Die ZKW Unternehmensgruppe verfügt über acht Standorte - zwei davon in Niederösterreich (Wieselburg und Wiener Neustadt) sowie je einen in der Slowakei, Tschechien, China, Indien, Mexiko und in den USA. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Eigentümer, dem Elektronikriesen LG, gestalte sich "sehr positiv" und "auf Augenhöhe", sagte Schubert. "Die Marke ZKW bleibt erhalten", betonte der CEO erneut.